Fahren wie vor 120 Jahren
Vor rund 120 Jahren staunten die Leute in Paris, als Louis Renault mit seiner Eigenkonstruktion die Fahrt zum Montmartre hoch schaffte ohne anzuhalten. Napoleon war an der steilsten Strasse zum höchsten Punkt von Paris noch Jahrzehnte früher auf dem Pferd gescheitert, aber der kleine Wagen von Renault überwand die Steigung und sein Erbauer gewann eine Wette.
Er konnte auch gleich noch Bestellungen für seinen Wagen aufnehmen, dabei hatte er sich diesen doch für seine eigene Verwendung konstruiert und im Schuppen zuhause gebaut.
Obwohl schon vor 120 Jahren gebaut, unterschied sich sowohl der Wagen wie auch das Fahren damit nicht grundlegend davon, wie dies heute die Regel ist. Gestartet wurde der Motor mit einer sozusagen dem Fahrer zugeordneten Kurbel.
Weil der vorne eingebaute Motor mit mit 198 cm3 nicht gross war, hielt sich der Kraftaufwand in Grenzen, wenn der Einzylinder sofort ansprang.
Als erster Wagen verfügte der Renault, den man später Type A nannte, über ein Dreiganggetriebe mit direktem Gang und eine Kraftübertragung per Kardanwelle auf die Hinterräder.
Geschaltet wurde über einen Drehhebel in der Mitte des Wagens, zum Einlegen des Rückwärtsgangs diente ein weiterer Hebel.
Gebremst wurde von Hand, ein Zug am Hebel rechts aussen wirkte auf die Hinterradbremsen. Gas gab man ebenfalls von Hand an der Lenkstange, die direkt auf die Vorderräder wirkte.
Da der zweisitzige Wagen mit rund 1 PS Leistung mit gefederten Starrachsen hinten und vorne nur gemächliche Geschwindigkeiten erreichte, kam bei der Bedienung nicht allzu viel Hektik auf, aber mehrfach schalten bis 20 oder 25 km/h war schon etwas. Immerhin aber erlaubte es Louis Renault die wählbare Übersetzung, den Hügel von Montmartre zu erklimmen, womit eine jetzt 120-jährige Autobauer Tradition ihren Anfang nahm. Viele der folgenden Konstruktionen des französischen Autobauers waren ähnlich revolutionär wie der Type A, wenn auch in einem anderen Sinne.


























