War Autofahren früher wirklich anstrengender?
Wir geben ja ziemlich viel auf den Fortschritt, der das Autofahren heute mühelos und fast schon automatisch macht. Aber wird damit Autofahren wirklich weniger anstrengend, als es dies früher war?
Natürlich wenden wir heute deutlich weniger Kraft auf, unsere Muskeln müssen sich weniger spannen, denn ein modernes Auto bremst mit Servohilfe, lenkt leicht ein und schaltet/kuppelt vielleicht sogar von selbst.
Das war natürlich früher anders. Da musste kräftig am Lenkrad gedreht werden, das Kupplungspedal mit 30 oder gar 70 kg Druck nach unten bewegt werden, der Schalthebel gegen den Gestänge- oder Getriebewiderstand verschoben werden und und und …
Aber dies ist eben nur die eine Seite der Medaille. Es war zwar mehr Kraft nötig, aber nicht unbedingt mehr Aufmerksamkeit. Das Verkehrsaufkommen war deutlich geringer. Kam man an eine Kreuzung, konnte man vielfach einfach durchfahren. Das Durchqueren einer Ortschaft war im höchsten Gang möglich, während man heutzutage ständig stoppt, startet, verzögert und beschleunigt, um im Verkehrsfluss zu bleiben.
Die Konzentration ist heute auf die Umwelt fokussiert, während früher das Fahren viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Ob dies in der modernen Welt wirklich weniger anstrengend ist, muss man in Frage stellen. Viele ältere Leute jedenfalls wollen sich jedenfalls dem Stress einer Fahrt durch eine Grossstadt nicht mehr unterziehen, es ist ihnen zu anstrengend.
Mit dem Käfer war dies vor 50 Jahren viel weniger nervenzermürbend, selbst wenn man ein paar Mal schalten musste. Man sass auch nicht bereits mit einem Bein im Gefängnis, nur weil man irgendwo ein 30-km/h-Schild übersehen hätte, die Dichte an Verkehrstafeln war nämlich auch deutlich geringer und für das Tempo gab es einfach Richt- oder Grundgeschwindigkeiten, der Rest war der Vernunft des Autofahrers überlassen. Eben! Weniger anstrengend!

































