Am meisten Fortschritte machte das Serienautomobil in den Fünfzigerjahren ... (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
05.02.2018

Poll 101 - FdW - Fortschritt pro Epoche

Erfunden wurde das Auto bekanntermassen bereits im 19. Jahrhundert, aber im 20. Jahrhundert entwickelte es sich weiter bis zum Fahrzeug, wie wir es heute kennen. Wann aber wurden wohl die meisten Fortschritte beim Serienauto gemacht? Dies wollten wir in der letzten “Frage der Woche” von unseren Lesern wissen und wir boten die Möglichkeit, sich für eines der Jahrzehnte zwischen 1910 und Neuzeit zu entscheiden.

Und es kam ein überraschend stark verteiltes Ergebnis heraus, immerhin vier Epochen schafften es über die Zehnprozent-Hürde, aber kein einzelnes Jahrzehnt erreichte mehr als 21 Prozent der 239 eingereichten Antworten.

Es waren aber die Fünfziger- und Sechzigerjahre, die obenaufschwangen. In den Fünfzigerjahren, die 21 Prozent erreichte, fand immerhin die Pontonkarosserie ihren Weg in den breiten Serienbau, die Einspritzung oder der V6-Zylindermotor.

In den Sechzigerjahren (16 Prozent) gab es den ersten Serien-Turbo in einen Auto von der Stange zu kaufen, viele Bedienungserleichterungen wurden erfunden und manches andere.

Platz 3 ging mit 15 Prozent überraschend an die Dreissigerjahre. Tatsächlich aber haben wir genau jener Epoche die ersten Serien-Aerodynamikfahrzeuge (Chrysler Airflow, Fiat 1500, Peugeot 402) zu verdanken, aber auch manch andere Errungenschaft, ohne die wir heute nicht mehr autofahren möchten.

Mit 14 Prozent taucht die Neuzeit, die uns Tesla und Co, das teil-autonom fahrende Auto und andere Errungenschaften bringt, erst auf Platz 4 auf. Dabei geht man doch eigentlich davon aus, dass der Fortschritt sich immer schneller ereignet. Beim Automobil ist es aber, je nachdem wie man schaut, nicht unbedingt so. Tatsächlich fahren wir ja immer noch so wie zu den Anfängen auf vier Rädern, steuern mit einem Lenkrad und nutzen die Kraft eines Kolbenmotors.

Die Siebzigerjahre (7 Prozent), die Achtziger (7 Prozent), die Zehnerjahre (5 Prozent) und die Zwanzigerjahre (4 Prozent) kamen jeweils nur auf einstellige Prozentwerte, obschon auch in jenen Jahren interessante Innovationen ihren Weg in den Serienbau schafften, etwa das Navigationsgerät oder das Antiblockierbremssystem, wobei gerade letzteres eigentlich bereits in den Sechzigerjahren im Jensen FF auftauchte.

Es ist sicherlich schwierig, die verschiedenen Errungenschaften gegeneinander zu bewerten, aber die Zwischengas-Leser haben es wenigstens versucht und so sieht die grafische Auswertung dazu aus:

Poll 101 - FdW - Ergebnis - Fortschritt pro Epoche

Natürlich löst diese doch ziemlich vereinfachte Hitpararde der “besten” Auto-Jahrzehnte, was den Serienfortschritt anbelangt, sicherlich wieder neue Diskussionen aus. Aber genau das soll sie ja auch, also hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar unten, denn wir erfahren Ihre persönliche Meinung gerne.

Bereits gibt es wieder eine neue “Frage der Woche”, die sich dieses Mal darum dreht, ob die Automobil Museen genug für ihre Besucher tun , oder ob ihnen nicht wesentliche Ausstellungselemente fehlen.

Und natürlich kann man die Ergebnisse der bisherigen Fragen der Wochen immer wieder im eigens eingerichteten Themenkanal nachlesen.

Archivierte Einträge:

von rr******
09.05.2018 (12:07)
Antworten
1955-1965 waren m. E. die wichtigsten Jahre. Optimismus nach dem Krieg, neue Straßen (Autobahnen), endlich Geld in der Tasche. Das brachte im Automarkt radikal neue Karosserieformen, erschwingliche Autos, deren Fahrwerke und Motoren problemlos über 100 km/h als Dauergeschwindigkeit aushielten und damit den Pkw endgültig auch für Normalbürger langstreckentauglich machten. Es gab erstmals aufwendige Fahrzeugforschung und Sicherheitsaspekte bekamen erstmals Vorrang (Gurt, Knautschzone, Scheibenbremsen).
Alles danach war eher evolutionär.
von rr******
09.05.2018 (12:06)
Antworten
1955-1965 waren m. E. die wichtigsten Jahre. Optimismus nach dem Krieg, neue Straßen (Autobahnen), endlich Geld in der Tasche. Das brachte im Automarkt radikal neue Karosserieformen, erschwingliche Autos, deren Fahrwerke und Motoren problemlos über 100 km/h als Dauergeschwindigkeit aushielten und damit den Pkw endgültig auch für Normalbürger langstreckentauglich machten. Es gab erstmals aufwendige Fahrzeugforschung und Sicherheitsaspekte bekamen erstmals Vorrang (Gurt, Knautschzone, Scheibenbremsen).
Alles danach war eher evolutionär.
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