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Klassikerperlen der Zukunft - VW Golf III VR6

Bruno von Rotz
04.10.2017

VW Golf VR6 von 1991 (© Volkswagen)

Bald 30 Jahre alt wird der VW Golf III VR6, da müsste er doch längst ein gesuchter Klassiker sein? Das könnte man durchaus annehmen, aber irgendwie scheint die dritte Golf-Generation langsamer zu reifen als andere Autos. Vielleicht liegt es daran, dass auch heute noch viele im Alltag herumkurven, immerhin wurden ja rund vier Millionen Drei- und Fünftürer-Limousinen gebaut zwischen 1991 und 1997. Und designmässig war der Golf III vielleicht auch nicht die glücklichste Wolfsburger Kreation.

Aber, da gab es ja den VR6, den ersten Golf mit Sechszylindermotor. Quer eingebaut und 174 PS stark verlieh er dem Golf mächtig Vortrieb und einen unnachahmlichen Sound, der aus der besonderen Konstruktion mit nur 15 Grad Zylinderwinkel resultierte. Jedenfalls war der VR6 der “it-Golf” der Neunzigerjahre-Schickeria.

Selbst MAHAG-Chef Fritz Haberl, immerhin auch Pilot eines Porsche 959, lobte den VR6 über den Klee. Drehmoment habe dieser Motor im Golf, das sei eine reine Fahrfreude und biete ein Maß an Begeisterung, das über das bei der Einführung des ersten GTI weit hinausgehe, liess er sich 1992 in der Zeitschrift Auto Motor und Sport zitieren. AMS nannte den Golf VR6 ein “Trendmodell” und stellte ihn auf eine Stufe mit dem (Ur-) Mini, dem Range Rover, dem Mercedes-Benz 500E, dem BMW 3-er Cabriolet, dem Suzuki Vitara oder eben dem ersten Golf GTI. Allerdings waren 40’000 DM fällig für einen VR6 in Deutschland und dies war für einen schnellen Absatz nicht gerade förderlich, so dass sich die Gesamtproduktion doch in überschaubaren Mengen beschränkte.

Der Golf VR6 war ein überaus komfortables und trotzdem sportliches Automobil, dem es an Alltagsnutzen nicht mangelte, wenn man einmal den doch eher grosszügigen Umgang mit Benzin einmal ausser Acht lässt. Dass der schwere Motor auf der Vorderachse lag, konnte der Wagen nicht verheimlichen, aber dies liess dafür ausreichend Platz für Insassen und Gepäck. Mit knapp über vier Metern war er noch richtig kompakt und es gab damals kaum einen Klassen-Konkurrenten, der auch sechs Zylinder unter der Haube vorweisen konnte.

VW Golf VR6 von 1992 in Dutsty Mauve (© Bruno von Rotz)

Ich besass selber einen dieser Wagen, einen damals eher seltenen Dreitürer in der Modefarbe “Dusty Mauve”. Gekauft 1993 aus erster Hand tat er mir gute Dienste, bis er nach 12’000 problemlosen Kilometern einer Mercedes C-Klasse weichen musste. Noch heute erinnere ich mich an den Klang.

Wer heute zuschlagen möchte, findet zwar ein durchaus beträchtliches Angebot vor, allerdings gibt es nur wenige wirklich gut erhaltene und originale Fahrzeuge mit überschaubaren Laufleistungen auf dem Markt. Der VR6 wurde damals nämlich Opfer einer gewaltigen Tuning-Welle, die auch vor Leistungssteigerungen auf bis zu 600 PS nicht zurückschreckte. Trotzdem sind originale VR6 heute nicht übermässig teuer, man kann sich ein durchaus gutes Exemplar noch zu einem Preis ergattern, der 15 bis 40 Prozent von dem beträgt, was man für einen gepflegten Golf GTI der ersten Generation auslegen muss. Dies dürfte kaum so bleiben, wenn der Golf III VR6 dereinst als Klassiker entdeckt wird.

Weitere Klassikerperlen gibt es im eigens eingerichteten Themenkanal .

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