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Herzliche Gratulation lieber Jochen Mass

Daniel Reinhard - 30.09.2016

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Jochen Mass im Mercedes-Benz W196 (© Daniel Reinhard)

Jochen Mass, der gelernte Seemann, wurde am 30. September 1946 in Dorfen geboren und feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Jochen galt als die ganz grosse deutsche Motorsporthoffnung nach Graf Berghe von Trips und vor Stefan Bellof und Michael Schumacher. Nach dem tödlichen Unfall von Trips in Monza im Jahre 1961 mussten die Deutschen satte neun Jahre warten bis das Trio, Stommelen, Mass und Stuck, die Formel 1 eroberte. Jochen war am Schluss der Erfolgreichste und von Anfang an der Vielversprechendste von dem Trio.

Nach seinem Formel-2-Vize-EM-Titel auf Surtees TS15 hinter Jean Pierre Jarier, debütierte er 1973 in Silverstone in der Königsklasse, natürlich auch in einem Surtees. Die Autos des Briten waren leider nicht über alle Zweifel erhaben und so blieben die Erfolge überschaubar, aber immerhin konnte er McLaren von seinem Talent überzeugen.

Neben Emerson Fittipaldi startete er 1975 als Nummer zwei in die Formel-1-Saison. Ganze drei Jahre fuhr er in den rot-weissen Autos, stieg dabei acht Mal aufs Treppchen und konnte 64 WM-Punkte erringen. 1976 begleitete er die damalige neue Nr. 1 im Team, James Hunt, zum WM-Titel. Es war das Jahr in dem Niki Lauda seinen Feuerunfall am Nürburgring hatte und Hunt am Ende im Regenrennen von Fuji den Titel holte. Ohne den Unfall von Lauda hätte Mass in der grünen Hölle wohl seinen zweiten GP-Sieg eingefahren, da er bei feucht-nassen Bedingungen als einziger mit Slicks zum Rennen gestartet war. Auf der sich schnell abtrocknenden Fahrbahn ging er schon bald in Führung und konnte diese wegen der Boxenstopps seiner Konkurrenten weit ausbauen. Doch dann musste leider das Rennen nach dem Feuer-Unfall von Lauda abgebrochen werden. Nach dem Neustart konnte Mass seine Führungsposition nicht mehr verteidigen und wurde als Dritter abgewunken.

Auch seinen einzigen GP-Sieg holte er in einem Rennen, das von einem schweren Unfall überschattet wurde. Der GP Spanien von 1975 sollte, infolge nicht korrekt montierten Leitplanken, von den Fahrern boykottiert, das heisst langsam gefahren werden. Doch schon am Start knallten die beiden Ferraris von Lauda und Regazzoni ineinander und das Rennen war eröffnet bis Rolf Stommelen an der schnellsten Stelle der Strecke der Heckflügel brach und er über die Leitschienen in die Zuschauer flog. Fünf der Besucher wurden dabei getötet, das Rennen sofort nach 29 von 75 Runden mit dem zur Zeit führenden Mass abgebrochen.

Nach McLaren fuhr Jochen noch für ATS, Arrows und schliesslich noch für March. Ganze 7 WM-Punkte konnte er noch mit dem Arrows zusammenkratzen. Nach langer unfallfreier Zeit häuften sich plötzlich die Unfälle auf beängstigende Art und Weise:

1978 bei einem Testunfall in Silverstone nach einem Aufhängungsbruch mit dem ATS brach er sich nicht nur die Beine, sondern zog sich auch noch eine Lungenverletzung zu. 1980 stauchte er sich die Wirbelsäule nach einem Überschlag ins Kornfeld von Zeltweg und 1982 flog er mit dem March über den Arrows von Mauro Baldi, die Leitplanken und den Sicherheitszaun in den Zuschauerraum. Wie durch ein Wunder entstieg Mass mit leichten Verbrennungen und schweren Prellungen dem Totalschaden. Zwölf Zuschauer wurden durch herumfliegende Teile leicht verletzt.

Dazu eine Geschichte am Rande: Mein Kollege Ferdi Kräling stand an dieser Stelle in der Signe-Kurve am Ende der langen Mistral-Geraden und war mit seiner Kamera voll auf dem Unfall drauf, doch leider spulte der Film nach einer Auslösung während des Überschlages von Mass in aller Ruhe zurück. Er erzählt noch heute, was er alles im Sucher noch sehen konnte.

Nach der F1 wechselte Mass zu den Sportwagen und gewann für Porsche neun Langstreckenklassiker mit den Typen 956 und 962.

Ab 1988 sass er im Sauber-Mercedes und gewann 1989 (nach dem 2. Platz 1982 im Porsche 956) mit Manuel Reuter und Stanley Dickens auf der Strecke, die er am meisten hasste, er wurde Sieger beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans.

Eberhard Reuß vom SWR hat in Nizza, Goodwood, Hockenheim und am Nürburgring eine sensationelle Dokumentation über das Leben und die Karriere von Jochen Mass produziert. Der sehenswerte Film erzählt über eine Zeit, als Rennfahrer noch echte Ritter waren und die Technik alles andere als perfekt war. Der am 25. September ausgestrahlte Film ist in der Mediathek der ARD oder des SWR jederzeit abrufbar.

Heute sieht man Jochen bei fast allen bedeutenden historischen Events als Botschafter für Porsche oder Mercedes Benz, mal im W125 am Grossglockner oder im 935 zusammen mit Brian Johnson (AC/DC) in Le Mans.

Jochen Mass mit McLaren-Mechaniker Bruno Flückiger (© Daniel Reinhard)

Lieber Jochen wir haben bereits viele schöne Stunden zusammen verbracht und dabei immer wieder viel gelacht. Das ganze "zwischengas-Team" und ich wünschen dir alles, alles Gute zum Geburtstag und weiterhin eine gute Gesundheit, so dass du mir auch in Zukunft wieder den Mercedes-Stern in die Kamera-Linse fahren kannst.  

Jochen Mass in der Heckflosse (© Daniel Reinhard)

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