Von wegen neu - Klappfestdach-Cabriolets gibt es schon lange
“Variodach” nennt man heute das faltbare Hardtop, mit dem zuerst Mercedes-Benz im SLK ab Mitte der Neunzigerjahre Furore macht und das dann von anderen Herstellern wie Peugeot oder BMW übernommen wurde.
Aber faltbare und versenkbare Blechdächer sind keine Erfindung der Neuzeit, bereits in den Dreissigerjahren gab es beim Peugeot 402 eine Variante mit einer derartigen Vorrichtung und die Amerikaner begannen sogar in den Zwanzigerjahren damit.
Auch in Deutschland wurde damit experimentiert, so zeigte etwa die Kölner Fahrzeugfabrik Peter Bauer auf der IAA 1961 den Ford Taunus Sportolet. Bauer konnte auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, begann der doch mit seinen ersten Versuchen, einem Adler Junior ein versenkbares Stahldach zu verabreichen, gemäss der damaligen Berichterstattung in der Automobil Revue bereits im Jahr 1935.
In den Sechzigerjahren war seine Konstruktion soweit gereift, dass er sie mit dem Taunus 17M in grösseren Zahlen an den Mann bringen wollte. Der “Sportolet” wies auch zahlreiche Vorzüge auf. So konnte das Dach weitgehend komplett versenkt werden.
Es sah offen und geschlossen durchaus apart aus und man konnte den Dachbereich auch nur einen Schlitz weit öffnen, so dass es sich wie ein Schiebedach anfühlte.
Einen erheblichen Nachteil hatte die Konstruktion, die das Wagengewicht um 50 bis 70 kg anhob, allerdings: Der Umbau kostete rund 4000 Franken, also mithin die Hälfte des Neupreises eines zweitürigen Ford Taunus 17M, und für soviel Geld konnte man sich bei anderen Herstellern auch attraktive Cabriolets kaufen, etwa den Alfa Romeo Giulietta Spider. So verschwand der Sportolet dann wieder in der Versenkung, genau wie sein Dach.


























