Prinz Leopold von Bayern vor 30 Jahren in Australien
Nur allzu gerne erinnert sich Prinz Leopold von Bayern zurück an die gute alte Zeit im BMW 635 CSi Coupé. Am stärksten präsent blieb ihm sein Einsatz mit Denny Hulme in Bathurst (Australien) 1984. Auf die Frage nach der verrücktesten der von allen heute noch fahrenen Rennstrecken sollte eigentlich die Nordschleife gemeinsam mit Bathurst in einem Zug genannt werden - für "Poldi" eine Kombination von Rundstrecke und Bergrennen in einem.
Kaum in Australien angekommen sass "Poldi" damals vor 30 Jahren schon im Auto und fuhr das erste Training. Von Flug und Zeitverschiebung völlig erschöpft knallte er schon bald in der "Himmelfahrtskurve" gegen die Mauer und bereitete den Mechanikern eine lange Nacht.
Gott sei Dank blieb die On-board-Kamera heil, welche in einem der Scheinwerfer eingebaut war, denn diese war damals eine der ersten überhaupt und das Ganze ein zukunftsweisendes Pilotprojekt.
Ein Hubschrauber begleitete den BMW auf der ganzen Strecke, konnte dabei den Scheibenwischer vor dem Scheinwerferglas über Funk bedienen, um der Kamera wieder freie Sicht zu bieten. Aus dem Helikopter konnte auch mit dem Fahrer Kontakt aufgenommen werden. Poldi: "Dies war damals absolutes Neuland für dich als Fahrer, wenn plötzlich in deiner vollen Konzentration durch das extreme Kurvenlabyrinth ein Hubschrauber auftaucht und dir die Frage stellt: "How is it to drive in Bathurst?"
Der 635-Tourenwagen bedeutete für den Fahrer harte Arbeit. Infolge der grossen Lenkkräfte sassen wir nah am Lenkrad, sonst wären dir schon nach wenigen Runden die Arme abgefallen. Dafür belohnte dich der 6-Zylinder Reihenmotor mit einem grossartig intonierten Sound, wie ihn halt nur Reihensechszylinder bieten können.
Auch die Bremsen verlangten Saft in den Beinen, denn rund 70 kg waren nötig, um das Auto bei einer späten Bremsung maximal zu verzögern. Man musste also richtig reintreten, aber dosiert genug verzögern, um nachher nicht mit einem Bremsplatten zu kämpfen.
Poldi startete auch 1984, also vor genau 30 Jahren, mit dem 1150kg schweren, von Walter Brun eingesetzten 635 CSI in die erste DTM-Saison.
Da das Schnitzer-Auto von Stuck und Quester von der mobilen Tradition wieder so richtig flott gemacht wurde, kann es nun bei den DTM-Rennen als "Renn-Taxi" eingesetzt werden.


























