Der Fluch des niedrigen Kilometer-Standes
Autos mit tiefen Kilometerständen, also geringen Fahrleistungen sind gesucht. Die englisch sprechenden Liebhaber sprechen in diesem Zusammenhang gerne von “low mileage cars”. Ein Mercedes R107 mit minimalem Kilometerstand kann durchaus mehr kosten heute als der damalige Neupreis, während vernünftig gefahrene Exemplare, die jährlich 3000 bis 8000 km (und damit bereits unterdurchschnittlich wenig) zurücklegten und somit heute zwischen 80’000 und 150’000 km Laufleistung aufweisen deutlich tiefer bei vielleicht der Hälfte oder einem Drittel des Neupreises gehandelt werden.
Bei Ferrari, Lamborghini oder Porsche ist es nicht anders. Wir erinnern uns an den kaum gefahrenen (650 km) 911 Speedster, den Bonhams im Februar in Paris für sage und schreibe Euro 310’500 oder CHF 379’958 umsetzen konnte.
Aber was macht man hinterher mit einem derartigen Prachtexemplar? Jeder zusätzliche Kilometer schmälert den Wert empfindlich. Wenn der Porsche Speedster 12000 km statt 650 km auf dem Tacho zeigt, wird er vermutlich deutlich weniger bringen an der nächsten Auktion. Und dabei sind doch bei nicht gefahrenen Autos auch noch Standschäden zu befürchten und man muss sich um den Zustand von Schläuchen und Riemen Sorgen machen. Der “low mileage” Sammlerwagen kann so schnell zum Fluch werden, wird zum reinen Garagenobjekt. Von Fahrfreude kaum zu reden!
Drum kann es sinnvoller sein, einen "gesunden" Kilometerstand zu akzeptieren und halt hie und da mal etwas zu reparieren oder zu ersetzen und sich dafür am rollenden statt am stehenden Kulturgut zu erfreuen ....


























