Klassikerperlen der Zukunft - Honda Insight

Bruno von Rotz
11.07.2014

Honda Insight (2000) (© Honda)

Wer weiss? Vielleicht werden in 20 oder 30 Jahren die heutigen Teenager den Honda Insight wegen seiner Innovität und seiner Sonderstellung im Automarkt der Jahrhundertwende als Kult-Oldtimer entdecken. Das Zeug dazu hat der extrem gestylte Wagen allemal und bereits heute gibt es eine durchaus ansehnliche Fan-Gemeinde.

Bereits 1997 hatte Honda den Hybrid-Dreitürer als J-VX Konzeptfahrzeug an der Tokyo Motor Show erstmals gezeigt. In Japan wurde er dann im November 1999 auf den Markt gebracht. An Bord war IMA, das für “Integrated Motor Assist” stand und die Hybridtechnik aus Dreizylinder-Benzinmotor und Elektromotor beinhaltete. Im amerikanischen Markt wurde der Honda Insight im Dezember 1999 eingeführt, notabene sieben Monate vor dem ersten Toyota Prius.

Honda Insight (2000) - Silhouette - (© Honda)

Mit 3,9 Liter pro 100 km auf dem Highway und 4,4 Liter pro 100 km im kombinierten Verkehr Stadt/Highway war der mit einer Aluminium-Karosserie eingekleidete Insight für die Zeit aussergewöhnlich sparsam und besetzte die Spitze der Rangliste des US-Effizienz-Ratings.

Honda Insight (2000) - Motor IMA - (© Honda)

Der Honda Insight, der zwischen 1999 und 2006 vor allem für den amerikanischen und japanischen Markt gebaut wurde, war weniger kompakt als man zuerst vermuten würde. Immerhin 3,945 Meter lang und 1,695 Meter breit war er und selbst die Höhe von 1,355 Meter machte ihn nicht zu einem Sportwagen, trotz der Schrägheck-Silhouette und der Konzentration auf zwei Sitzplätze. Mit einem cw-Wert von 0,25 war der Insight aber sehr aerodynamisch gestaltet, was mit der verfügbaren Motorleistung von 68 PS aus dem Dreizylinderbenziner und 13 PS aus dem Elektromotor theoretisch eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h ermöglicht hätte. Allerdings wird die Benzinzufuhr bei 185 km/h unterbrochen.

Honda Insight (2000) - Cockpit - (© Honda)

Geschaltet wurde über ein variomatik-ähnliches CVT-Getriebe oder über eine Handschaltung und der Komfort kam mit Klimaanlage und CD-Wechsler nicht zu kurz, der allerdings erst bei der Modellpflege ins Cockpit kam.

Honda Insight (2000) - Armaturenbrett - (© Honda)

Insgesamt wurden 17’020 Insights gebaut. Durch ihre langlebige Konstruktion haben sie gute Überlebenschancen. Hierzulande allerdings gehörte der Insights immer zu den Raritäten auf der Strasse und dies hat sich bis heute nicht geändert. Womit er mit einiger Sicherheit zum Klassiker reifen dürfte ....

Mehr Bilder gibt es hier .

von oz******
26.03.2020 (21:29)
Antworten
Schön, daß ich eines der 120 jemals in Deutschland verkauften Exemplare ergattern konnte. Er ist nun schon einige Jahre bei mir, sieht immer noch abgerockt aus (kein Wunder nach 20 Jahren), aber der Wartungsstau ist abgearbeitet.

Übers Jahr ist bei artgerechter Fahrweise ein Verbrauch von 3.8 l/100 km kein Problem. Persönlicher Rekord: die sommerliche Fahrt über Landstraße von Schwerin nach Lübeck mit (laut Bordcomputer) 2,7 l/100 km.

Ersatzteile: schwierig. Aber Neuteile gibt es noch, auch wenn der Honda-Händler neulich die Spezialzündkerzen aus den USA einfliegen ließ. Stückpreis 35 Euro, aber die halten ja auch 100tkm. Und da in den USA noch deutlich mehr herumfahren, gibt es gelegentlich die Chance auf gebrauchte Teile von einem Schlachtfahrzeug.

Das Auto kam auf Stahlfelgen zu mir, und ich war damals froh, als ich später die originalen Magnesiumfelgen fand - diese kann man locker in einer Hand am ausgestreckten Arm halten. Überhaupt, alles an dem Auto ist auf geringes Gewicht optimiert, deshalb die rund 850 kg. Und da rede ich nicht nur von der Alu-Karosse, die zusammen mit dem Fahrwerk aus Stahl einen niedrigen Schwerpunkt bietet, was relativ hohe Kurvengeschwindigkeiten auf den 165er Reifen ermöglicht - hoch genug jedenfalls, um in der Stadt und auf der Landstraße BMWs zu verärgern.

Das Elektrosystem ist - nun, nicht optimal konstruiert. Die hatten damals die Energie in den Benzinmotor gesteckt, den es in keinem anderen Honda gibt. Langhubiger Dreizylinder, der bei 1500/min. zum Hochschalten auffordert, aber auch bis 6000/min. drehen kann - mehr als 100 Sachen im 2. Gang sind kein Problem und hilfreich auf der Beschleunigungsspur. Und die Toleranzen in der Fertigung waren weit strenger als bei einem "normalen" Motor, sprich: mein Exemplar mit 300tkm ist immer noch taufrisch und verbraucht zwischen den Ölwechseln praktisch kein Öl der Sorte 0W20.

Warum gab es so wenige? Beim damaligen Neupreis von ca. 40 000 Mark zahlte Honda immer noch 5000 $ drauf, dieses Auto war damals ein Test, wie die Leute reagieren würden. Für das Geld gab es damals vermutlich zwei gut ausgestattete VW Polo.

Fazit: ich werde ihn weiter fahren. Mittlerweile nicht mehr als "daily" - immerhin soll er in 10 Jahren der erste Hybrid mit H-Kennzeichen werden.
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