Der Chevrolet Corvair und der Seitenwind
Seitenwinde wurden in den Nachkriegsjahren zum natürlichen Feind des Automobils. Je schneller die Autos fuhren, umso gefährlicher die Böen. Um die Auswirkungen von seitlichen Windstössen zu beobachten, behalfen sich die Autohersteller in den Sechzigerjahren zuerst mit am Strassenrand montierten Flugzeugpropellern. Mercedes zum Beispiel hatte eine derartige Anlage in Stuttgart-Untertürkheim.
Der Nachteil dieser stationären Anlagen war die kurze Versuchsstrecke, auf der die Auswirkungen der Seitenwinde beobachtet werden konnten. General Motors entwickelte daher eine Versuchsanordnung, bei der der Seitenwind am Fahrzeug selber erzeugt werden konnte, wie die Automobil Revue in der Ausgabe 43/1963 beschrieb: “Die Forschungslaboratorien der General Motors Corporation entwickelten deshalb eine neuartige Vorrichtung, welche es ermöglicht, jede gewünschte seitliche Strömung zu erzeugen. Es handelt sich dabei um einen Düsenmotor, der am Fahrzeug selbst montiert werden kann und die Wirkung natürlicher Windströme genau nachahmt.
Diese neue Prüfmethode versetzt die Techniker in die Lage, die Stabilität eines Fahrzeuges unter dem Einfluss von Seitenwinden auf das exakteste zu prüfen. Da der Düsenmotor an verschiedenen Stellen des Wagens montiert werden kann, gestattet er es, auch Windströmungen an verschiedenartigen Karosserieformen zu prüfen sowie deren Stärke genau zu kontrollieren.”
So ganz durchgesetzt hat sich diese Variante allerdings nicht, denn später sah man meist wieder die stationären Anlagen mit Propellern im Einsatz ...

























