Zum Tode von Sir Jack Brabham
Der dreifache F1-Weltmeister (1959 und 1961 auf Cooper und 1966 auf Brabham) aus Australien, Sir Jack Brabham ist im Alter von 88 Jahren verstorben.
Er wurde 1966 als einziger Fahrer der Geschichte, mit einer Eigenkonstruktion, dem Brabham BT19, F1-Weltmeister.
Seinen ersten Grand Prix Erfolg feierte er im Fürstentum von Monaco 1959. In den Jahren 1955 bis 1970 bestritt "Black Jack", wie er von seinen Kollegen wegen seiner schwarzen Haare auch genannt wurde, 126 Rennen in der Königsklasse für die Rennställe Cooper, Maserati, Lotus und natürlich Brabham. Er stand dabei 14 Mal ganz oben auf dem Podest, startete 13 Mal aus der Pole Position und holte 12 schnellste Rennrunden.
Dies war allerdings nur der Anfang einer steilen Karriere als fahrender Konstrukteur, denn 1967 wurde der Neuseeländer Denny Hulme in einem Brabham Weltmeister und 1981 und 1983 schaffte der Brasilianer Nelson Piquet ebenfalls zwei Titelgewinne für das Rennteam Brabham, der nun Bernie Ecclestone gehörte. Neben Bernie arbeitete in den Siebzigerjahren auch der spätere Drahtzieher der F1, Max Mosley (Ex-FIA-Präsident) für Brabham.
In seiner letzten aktiven Saison als Fahrer, mit bereits 44 Jahren noch immer als Siegfahrer unterwegs, sorgte der Australier 1970 in Monaco für grosses Aufsehen, als er in der letzten Kurve vor dem Ziel in Führung liegend in die Strohballen rutschte und so den sicheren Sieg an Jochen Rindt verlor. Dazu blieb er beim GP England in Brands Hatch ohne Sprit liegen und musste zusehen wie Rindt auch in diesem Rennen als Sieger gefeiert wurde und Ende Saison postum Weltmeister wurde.
Zu wenig Sprit hatte schon bei seinem ersten WM-Titelgewinn eine dramatische Rolle gespielt: Beim letzten Rennen der Saison 1959 in Sebring ging Brabham als Leader der Weltmeisterschaftswertung mehrere hundert Meter vor der Ziellinie überraschend der Treibstoff aus. Er schaffte es jedoch, seinen Wagen noch auf dem vierten Platz über die Ziellinie zu schieben. Da in der Saison nur die besten fünf Resultate eines Fahrers in die Wertung eingingen, hätte er in diesem Rennen mindestens Zweiter werden müssen, um mehr Punkte als seine Konkurrenten zu haben. Seine Titelkontrahenten Tony Brooks und Stirling Moss hätten diesen Grand Prix gewinnen müssen, um eine Titelchance zu haben. Da Brooks Dritter wurde und Moss ausfiel, entschied Brabham seine erste Weltmeisterschaft trotz des Benzinmangels noch für sich.
Sein früherer Gegner Sir Stirling Moss sagt: «Mit Jack Brabham hatte ich die härtesten Gefechte überhaupt. Er hat gerne Steine aufgewirbelt und wenn er mir die Strasse wegnahm, versuchte ich auf der anderen Seite anzugreifen. Einmal fuhren wir in Neuseeland gegeneinander und bei mir brach die Halbachse. Obwohl ich sein härtester Konkurrent war, offerierte er mir die Halbachse seines Ersatzautos. Ich nahm dankend an und holte mir den Sieg, Jack wurde Zweiter. Das war damals so. Jack hat immer alles versucht, um mich auf der Piste zu schlagen, aber er hätte nie gewinnen wollen, wenn ich zum Zuschauen gezwungen gewesen wäre.»
Der am 2. April 1926 in Hurstville (New South Wales) geborene Jack Brabham begann bereits 1947, eigene Sportwagen zu konstruieren. Viel von seinem Know-how erlernte er als Mechaniker bei der Royal Australian Air Force.
1979 wurde Sir Jack Brabham von Königin Elisabeth ll. zum Ritter geschlagen.
Auch seine drei Söhne Geoff, Gary und David sind erfolgreiche Rennfahrer geworden und die beiden Enkel Matthew und Sam stehen ebenfalls am Anfang einer vielleicht grossen Karriere.
Jack Brabhams Sohn zum Tode seines Vaters: "Unser Vater ist friedlich von uns gegangen. Er hat ein unglaubliches Leben geführt."
































