Der Reiz des Scheunenfunds
Gestern Abend wurden in Monaco wieder Autos versteigert, Raritäten von Ferrari über Maserati bis Porsche, Sport- und Rennwagen. Gegen Ende der Auktion waren zwei Restaurierungsobjekte an der Reihe. Lot 183 war ein Alfa Romeo Giulia 1600 Spider Veloce 1600 von 1965, beschrieben mit “Scheunenfund-Zustand”.
Der angebotene Spider war gemäss Auktionskatalog einer der letzten 600 bestellten Spider und ein korrekter Veloce (tipo 101.18). Der Wagen wurde ursprünglich nach Deutschland verkauft und glänzte bei der Auslieferung mit einer blauen Lackierung. Später wechselte der Lack und auch am Interieur wurde wohl geändert, obschon es weiterhin schwarz blieb. Der Motor schien der korrekte sein, nur laufen tat er nicht. Euro 30’000 bis 40’000 hatte RM Auctions geschätzt, der Marktpreis für einen Spider beträgt gemäss Beobachter Classic Data momentan Euro 36’100 im Zustand 1. Für Zustand 4 bis 5 werden gemäss Classic Data rund Euro 10’000 bezahlt.
Nicht so in Monaco. Das erste Gebot setzte bei Euro 5000 ein, dann ging es zügig auf 15’000, 25’000 und mit 2500-Euro-Schritten schliesslich auf 40’000 Euro. Dazu addieren sich für den Käufer noch 12% Kommission und Transport/Zoll und weitere Abgaben, so dass dieser Spider locker über Euro 50’000 kosten dürfte, wenn ein deutscher Bieter den Zuschlag erhalten hat. Die Komplett-Restaurierung dürfte den Preis dann auf weit über 100’000 Euro treiben. Unglaublich, nicht wahr? Was hat wohl diesen Käufer geritten?
Dass originale Autos etwas mehr wert sein dürfen, auch wenn sie reine Restaurierungsobjekte sind, daran hat man sich ja inzwischen gewohnt, aber hier darf man sich schon etwas wundern.
Übrigens gab es noch einen zweiten Scheunenfund zu kaufen, nämlich ein Iso Rivolta IR 300 GT Coupé von 1963. Obschon wesentlich rarer und kaum weniger reizvoll als der Giulia Spider konnte sich eine Dame diesen grünen Sportwagen, dessen Restaurierung sicher auch sehr viel Geld verschlingen dürfte, für Euro 20’000 ergattern.
Die vollständigen Ergebnisse der RM Auction Monaco 2014 haben wir natürlich inzwischen auch dokumentiert und publiziert.


























