Eine neue Art des Reisens - mit dem Auto per Bahn
In den Fünfzigerjahren wurde es populär, lange Distanzen statt im eigenen Automobil mit dem Zug zurückzulegen, das Auto aber in der Eisenbahn mitzuführen. Die SNCF, die französische Staatsbahn etwa lancierte gegen Ende der Fünfzigerjahre ein entsprechendes Angebot. In Deutschland wurden allerdings schon 1930 Autos sozusagen als Gepäck aufgegeben und mit separaten Zügen ans Ziel befördert. In der Schweiz wurde die Beförderung des Autos mit dem Zug vor allem auch im Zusammenhang mit den Alpenpässen und der Möglichkeit, die Eisenbahn-Tunnels für den Transport der Autos zu nutzen, populär.
Gerade in der Zeit vor dem Bau der zusammengeschlossenen Autobahnen konnte man mit der Fahrt im Autozug wohl viel Zeit sparen und kam zudem am Zielort ausgeruht an. Die Automobil Revue publizierte dazu unter dem Titel “Eine neue Form des Reisens - der Wagen fährt mit” im Jahr 1957 folgende Notiz:
“Im internationalen Reiseverkehr haben die Bahnverwaltungen eine Chance wahrgenommen, welche ihnen von den Automobilisten geboten wurde, die müde geworden sind, ihren Wagen über grosse Distanzen selbst zu lenken. Man fährt jetzt mit aller Entspannung im Eisenbahncoupé und lässt sich den Wagen im gleichen Zug nachführen, um ihn dann am Fernziel wieder in Betrieb zu nehmen.”
Den Automobilisten standen im Zug jeweils Schlaf- und Speisewagen zur Verfügung. Die Autos wurden auf Spezialwagen geladen, die am selben Perron standen und direkt befahren werden konnten.


























