Zurück in die Zukunft - fehlende Ästhetik in der F1?

Daniel Reinhard
05.02.2014

Ferrari 312 T4 1979 Jody Scheckter (© Daniel Reinhard)

Optische Missgeburten gab es schon immer in der Formel 1. Aber in den vergangenen Jahren häuften sie sich derartig stark, dass heute nur noch hässliche Kreaturen am Start zu stehen scheinen. Auch 1979 lachte die ganze Welt über den eigenartigen Ferrari 312 T4. Das Lachen verstummte allerdings schon bald, als das Auto mit den beiden Piloten, dem Südafrikaner Jody Scheckter und dem Kanadier Gilles Villeneuve, zielstrebig in Richtung WM-Titel steuerte.

Die beiden Ferrari-Piloten fuhren bei 15 Rennen je drei Siege, insgesamt sechs schnellste Rennrunden (alle Villeneuve) und zwei Pole Positionen ein. Am Ende der Saison gab es sogar den ersten und zweiten Platz in der Fahrer- und einen klaren Sieg in der Konstrukteurswertung! Effizienz hatte über Ästhetik gesiegt.

Caterham CT05 2014 (© Daniel Reinhard)

Vergangene Woche kamen nun die neuen Autos für die Formel-1-Saison 2014 zum ersten Mal ans Tageslicht und siehe da, der Caterham CT05 erinnert ganz stark an den 312 T4. Alle Autos würden bei "Germany’s next Topmodel" bereits in der ersten Folge durchfallen, aber der Caterham erhielte nicht einmal die Anmeldeformulare.

Front des Caterham CT05 2014 (© Daniel Reinhard)

Er ist der Hässlichste der Hässlichen. Das komplette F1-Feld würde als Kampftruppe im "Herr der Ringe" eine gute Figur abgeben. Aufgrund einiger Modelle könnte man die F1-Weltmeisterschaft auch in die "Dildo Masters" umbenennen.

Red Bull F1 2014 (© Daniel Reinhard)

Klar gewöhnt man sich an diese unmöglichen Kreationen, klar gefällt bald allen das schnellste Auto, aber ist es nicht jammerschade, dass es seit Jahren keine Autos mehr gibt, die eine echte Augenweide darstellen.
Formale Harmonie! Wie aus einem Guss! Attraktiv von vorne bis hinten! Alles Sprüche die man bei den neuen F1-Autos schlichtweg vergessen kann. 

Marketing und Design ist heute in aller Munde. Jedes Team beschäftigt mehrere Leute aus diesen Branchen, doch leider schaffen es nur gerade einmal zwei Teams ihre formal abscheulichen "Ameisen" so zu lackieren, dass ihre Ungestalt wenigstens etwas kaschiert wird.

Als genialstes Beispiel für schöne Bemalung dürften die damaligen JPS-Lotus Kreationen gelten. Formal waren diese Autos auch nicht alle schön, aber dank der genialen Lackierung wirkten sie alle wie aus einem Guss.
Bei den negativen Beispielen sind die Autos der Force-India, mit einer Lackierung die an ein Ersatzteillager erinnert, weit vorne dabei.

Gedenken wir den tollen alten Autos, die auch unter den verschiedensten Sponsor-Lackierungen nie ihre einzigartige Form verloren haben.

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