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Klassikerperlen der Zukunft - VW Lupo 3L TDI

Bruno von Rotz
18.01.2014

VW Lupo 3L TDI von 1999 (© Volkswagen)

Kleinwagen zählen gemeinhin nicht zu den gesuchten Klassikern, Sparmotorosierungen sowieso nicht. Der VW Lupo 3L TDI könnte aber in Zukunft eine Ausnahme sein, denn er erfreute sich schon einer eingeschworenen Fangemeinde, als er noch als Neuwagen verkauft wurde, was zwischen 1999 und 2005 der Fall war.

Seine Zielsetzung trug er im Namen, einem grünen “3L”. Im Drittelmix verbrauchte er 2,99 Liter Dieseltreibstoff pro 100 km. Dies war 1999 ein beeindruckender Leistungsausweis und die Entwickler des speziellen Lupos mussten alle Register ziehen. “Weltraumtechnik im Strassenverkehr”, könnte man sagen.

Dank optimierter Aerodynamik (cW 0.29) günstiger Verbrauch beim VW Lupo 3L TDI (© Volkswagen)

Tatsächlich waren es vier Dinge, die dem Lupo diese Sparsamkeit ermöglichten: Ein verbrauchsoptimierter Dreizylinder-Dieselmotor mit Pumpe-Düse-System, ein mittels Hydraulik automatisiertes Schaltgetriebe, eine aerodynamisch optimierte Karosserie mit einem cw-Wert von 0.29 und viel Leichtbau.

Interieur des VW Lupo 3L TDI (© Volkswagen)

Um die Ziele zu erreichen, musste viel entwickelt werden, kaum ein Teil ist mit den anderen Lupos austauschbar. Die Türen zum Bespiel haben eine Aluminium-Haut, die Heckklappe bestand währender der ersten Produktionsjahre - der 3L wurde immer in Wolfsburg montiert - aus Verbundwerkstoff. Auch Aufhängungselemente unterschieden sich deutlich vom “normalen” Lupo, genauso wie die Innenausstattung und Stosstangen und andere Anbauteile.

Hydraulisch operiertes Schaltgetriebe im VW Lupo 3L TDI (© Volkswagen)

3L-Lupos verbrauchten im Alltag auch für heutige Begriffe wenig Dieselöl - eine Drei vor dem Komma war immer möglich. Und sie waren teurer und seltener als die anderen Versionen des Lupos, was ihnen dereinst vielleicht tatsächlich einen Platz im Klassikerhimmel sichern kann, denn obschon optisch weniger prägnant, kann der Lupo 3L TDI als direkter Vorläufer des XL1 gesehen werden.

Mehr Bilder gibt es im Zwischengas-Bildarchiv .

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von luftgekuehlt
21.01.2014 (16:15)
Antworten
Ich fand damals (1999) den Aufwand, den VW betreiben musste, um dem Lupo das Sparen beizubringen, irrsinnig hoch. Beispielsweise hatte er ein Lenkrad aus einer Magnesiumlegierung, das wahrscheinlich 100 Gramm leichter als ein herkömmliches, aber bestimmt 200,- D-Mark teurer war!

Dabei hatte man doch schon 1986 (also 13 Jahre vorher!) gemeinsam mit der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) in Berlin den „Öko-Polo“ entwickelt. Das war ein Steilheck-Polo der zweiten Serie, dem ein 858 cm³ großer Zwei-Zylinder-Dieselmotor mit Direkteinspritzung implantiert wurde. Mit einem G40-Kompressor zwangsbeatmet leistete dieser 29 kW (40 PS) und beschleunigte die nahezu serienmäßige Karosserie bis auf 138 km/h. Der im regulären Straßenverkehr gemessene Verbrauch betrug lediglich 1,7 Liter Diesel auf 100 km.

Mit dem ach so tollen VW Lupo 3L TDI kann man von solchen Werten nur träumen!

Mehr zum „Öko-Polo“ steht z. B. auf http://www.g-lader.info/fahrzeuge_studien_oekopolo.htm
Antwort von je******
24.06.2019 (16:02)
Die 1,7 Liter des VW-Öko Polos waren ein Langstreckenverbrauch auf einer einige tausend Kilometer langen Autobahn Tour duch Europa. Der Wagen war auch stark modifiziert inkl. stark erhöhtem Riefendruck und was alles dazu gehört. Die 3L des Lupo waren erheblich näher an der Realität.
von st******
18.01.2014 (13:58)
Antworten
Soweit ich ich erinnern kann, wurde bei der Aussenhaut nur das Dach vom Serien-Lupo übernommen und Scheinwerfer/Heckleuchten. ALLE anderen Teile waren neu.

Ich war damals unter H. Warkuss für die Umsetzung des Serien-Lupo (der Entwurf kam aus Ingolstadt) inklusive Seat Arosa und den Entwurf für den 3L und den Cup/GTi verantwortlich. Die neue Frontgrafik des 3L habe ich nach Feierabend mit F. Piëch und H. Warkuss ad hoc gestaltet. War eine tolle Zeit...
Antwort von ne******
18.01.2014 (17:53)
Interessant, einmal von jemandem zu hören, der an der Entwicklung beteiligt war. Ich fahre den Lupo FSI, der ja auf dem 3L basiert und noch etwas seltener ist. Ein prima Fahrzeug, nur die hydraulische Halbautomatik ist eine Katastrophe. Trotz der Fehlkonstruktion des Antriebsstrangs werde ich mein Bestes tun, um den Lupo so lange zu erhalten bis er mal ein Klassiker wird. VW macht einem das nicht gerade leicht...
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