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Vergessene Auto-Zeitschriften - Automobil Illustrierte

Bruno von Rotz
15.01.2014

Automobil Illustrierte 1967

Sie erfreute ihrer Leser gerade einmal für knapp vier Jahre (1963-1967), die zweiwöchentlich erscheinende deutsche Zeitschrift “Automobil Illustrierte”, nicht zu verwechseln mit dem Monatsmagazin “Auto Illustrierte” aus der Schweiz. Dann ging sie in der Zeitschrift Rallye Racing, welche immerhin bis ins neue Jahrtausend überlebte, auf.

Herausgeber war damals der Herr H.G. Dobler, der Verlag hiess Gildeverlag. Inhatlich arbeiteten Gerhardt Koop, Wolfgang Rausch, Jürgen Stockmar, Günter Wiechmann, Clauspeter Becker, Werner Bernet, Rainer Braun, Fred car, Hans D. Dutzi, Manfred Panneck, David Phipps und Hans-Peter Seufert neben vielen anderen mit.

1967, im letzten Erscheinungsjahr kostete die weitgehend schwarzweiss gehaltene Zeitschrift pro Nummer DM 1.50 oder Franken 1.70.

Entstanden war die “AI” aus der Vorgängerzeitschrift “Automobil Technik und Sport”, die ihrerseits von 1958 bis 1963 zuerst 12, später 24 Mal pro Jahr erschien. Und auch den “Kleinwagen” hatte man integriert.

Automobil Illustrierte - Lotus Europa und Osi Ford

Der Themenmix beinhaltete Test- und Fahrberichte, in denen gerne sportliche Fahrzeuge bewegt wurden, Reportagen, eine umfangreiche Motorsport-Berichterstattung, Tips und Ratschläge, Benzingespräche und rechtliche Themen. Rund 28 bis 32 Seiten war ein Heft im Jahr 1967, kein Vergleich mit den Automagazin-Schwergewichten der Achtzigerjahre.

Eine kleine Leseprobe gefällig? Wir zitieren aus dem Fahrbericht von Günter Wiechmann zum Honda S800 im Heft 1/67:

“Wir konnten ihn fahren und uns überzeugen lassen, daß alles, was unter dem 3,34 m langen, 1.22 m hohen und 1.40 m breiten Wagen steckt, wenig mit Auto-Klassik zu tun hat. Das demonstriert gleich beim Einstieg (oder besser: ‘Eingrätschen’) der Blick durchs Dreispeichen-Holzlenkrad auf den Drehzahlmesser, dessen letzte Zahl 11 (-tausend!) ist. während der rote Bereich erst bei 8500 U min beginnt. Nicht mehr ganz so astronomisch drehfreudig wie der bei uns nicht zum Verkauf gekommene “S 600", ist auf dem danebenliegenden Tacho bei dieser Drehzahl ca. 165 km h abzulesen, was rechnerisch und effektiv ca. 160 km h und somit Höchstgeschwindigkeit bedeutet. Die genauen Honda-Leute geben für den 710 kg schweren Wagen eine Leistung von 67.2 PS bei 7570 U/min an. was einer kritischen Literleistung von 85 PS entspricht, während das maximale     Drehmoment erst sehr weit oben mit 7 mkp bei 5800 U/min angegeben wird. Um diesen schmalen Bereich richtig auszunutzen, würde der S 800 mindestens fünf Gänge brauchen. Jedoch ist es aber erstaunlich, wie schnell und ohne Anflug von Vergaser-Asthma die Drehzahlen aus dem Keller steigen. Daran sind die vier Keihin-Unterdruckvergaser nicht ganz unschuldig. Die weiteren Merkmale des Motors sind ebenfalls Leckerbissen: die Ventile über den vier Zylindern werden durch zwei obenliegende Nockenwellen gesteuert, alles was bisher an Motorrad erinnerte, ist fort. Der Kettenantrieb der alten schwächeren Modelle hat sich zur Kardanwelle gewandelt. Die Kurbelwelle ist nadelgelagert. Einzelradaufhängung an den Vorderrädern, schraubengefederte hintere Starrachse, Scheibenbremsen vorn und Trommeln hinten. Interessant ist auch der Preis des Honda: 7750 DM (ab Hamburg) für Coupé und Kabrio. 595 DM Aufpreis für ein Hardtop. Der Erfolg des Wagens wird von der Expansion des Kundendienstnetzes abhängen.”

Automobil Illustrierte 1967 - Triumph und Honda

Kurz gehalten waren also die Berichte, aber viel mehr hätte man auf dem knappen Platz auch nicht unterbringen können ...

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