Alfa Romeo auf den Spuren von DKW, Opel und der eigenen Tradition
Autohersteller haben es nicht einfach. Kaum hatte Alfa Romeo den neuen Kompakt-SUV Milano vorgestellt, klopften schon die Ämter an, wie Alfa Romeo nun in einer Presseerklärung notiert:
“In einer der wichtigsten Wochen für die Zukunft von Alfa Romeo erklärte ein italienischer Regierungsbeamter, dass die Verwendung der Modellbezeichnung Milano für den kürzlich vorgestellten neuen Kompakt-SUV gesetzlich untersagt ist. Der vom Publikum ausgewählte Modellname Milano wurde gewählt, um die Stadt zu ehren, in der die Geschichte von Alfa Romeo im Jahr 1910 begann. Obwohl Alfa Romeo der Meinung ist, dass der Name alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt, hat Alfa Romeo beschlossen, ihn im Sinne gegenseitigen Verständnisses von Milano in Junior zu ändern.”
Nun also “Junior”. Der Name hat wie die Heimatstadt Mailand ebenfalls Tradition bei Alfa Romeo. Die PR-Leute erklären:
“Die Bezeichnung Junior verwendete Alfa Romeo erstmals im Jahr 1966. Sie wurde gewählt für eine Variante des Coupés Alfa Romeo Giulia Sprint GT, die vor allem ein jüngeres Publikum ansprach. Dem Alfa Romeo GT 1300 Junior folgte bald der Alfa Romeo Spider 1300 Junior. Beide Modelle zeichneten sich durch spezifische Karosseriedetails und eine neue Motorvariante aus: Der Vierzylinder mit einem Hubraum von 1.290 Kubikzentimetern rundete das Angebot nach unten ab. Mit 89 PS erreichte der Alfa Romeo GT 1300 Junior eine Höchstgeschwindigkeit von über 170 km/h und erreichte damit nahezu die Fahrleistungen des 1600er Modells. Mit mehr als 92.000 verkauften Exemplaren wurde der Alfa Romeo GT 1300 Junior zum Bestseller dieser Modellreihe und zu einem Statussymbol seiner Zeit.”
Allerdings ist auch die Verwendung der Bezeichnung “Junior” nicht ganz rassenrein. Tatsächlich gab es nämlich bereits Ende der Fünfzigerjahre einen "Junior", als DKW den 750 so nannte. Bis 1963 wurde der kompakte Zweitakt-Personenwagen unter der Bezeichnung "Junior" verkauft.
1983 dann zeigte Opel an der IAA Frankfurt den Opel Junior, einen Kleinwagen mit aerodynamischer Karosserie. Dieser ging so nie in die Serie. Fast 30 Jahre später wurde auch der Opel Adam zuerst als “Junior” bezeichnet. Man entschied sich dann aber gegen die wohl nicht eindeutig schützbare Bezeichnung und griff auf den Vornamen des Firmengründers zurück.


























