Werden Youngtimer wirklich immer teurer?
Die haben Zukunft, verheisst das neueste Preiseheft von Oldtimermarkt. Für 2024 hat man sich entschieden, die Preise für Oldtimer und Youngtimer in zwei Hefte zu verteilen, das schiere Volumen an Informationen hatte den Rahmen gesprengt.
Auch so ist schon der Youngtimer-Teil 226 Seiten dick. Am Kiosk sind dafür EUR 8.90 zu bezahlen (in Deutschland). Einige Tausend Notierungen haben die Spezialisten von Classic Data zusammengetragen, ein erheblicher Teil wird zum ersten Mal abgedruckt, weshalb es denn auch keine Vergleiche mit den Werten von vor fünf Jahren gibt für jene. Pro Fahrzeugtyp werden alle fünf Zustände, der damalige Neupreis und rudimentäre technische Daten angegeben. Ergänzt wird der Katalog um über 1000 Fotos und einen redaktionellen Einstieg, der die Bewertungsskale und die Besonderheiten des Youngtimers beschreibt.
Aber, wo fängt man denn mit dem Youngtimer an? Bei der Altergrenze von 30 Jahren? Man hat sich für das Jahr 1980 entschieden, um den Grenzstrich ungefähr zu ziehen, aber selbst so war wohl nicht immer von Anfang an eindeutig, ob ein Auto nun in das Oldtimer- oder Youngtimerkpreisheft fallen sollte. Die jüngsten Autos sind knapp 20 Jahre alt (Baujahr 2005), Ausnahmen bestätigen die Regel.
Spannend ist die Lektüre aber allemal. Und schnell lernt man, dass die Preise nicht immer nach oben zeigen, dass auch bei jungen Auto wieder Verluste gegenüber den Notierungen vor fünf Jahren zu notieren sind. Oder dass mancher einst hochgejubelte Youngtimer nur noch gemächlich wächst, während ursprünglich ignorierte Dieselkombis beispielsweise plötzlich substantiell zulegen.
Interessant sind vor allem auch die Preise junger Autos, die man bisher noch kaum auf dem Radar hatte. Ein Alfa Romeo 156 GTA etwa wird mit Zustand-2-Wert von EUR 20’400 gelistet, ein Audi A2 3L TDI mit EUR 5100. Ein BMW Z4 M 3.2i soll als Roadster EUR 35’500 kosten, die Coupés fehlen in den Notierungen. Einem Ferrari 550 Maranello werden in gutem Zustand EUR 123’200 zugestanden, während ein SL350 der Baureihe R230 für EUR 23’300 zu haben sein soll. Für einen Seat Ibiza 1.5i Kat sollen EUR 3700 wechseln im Zustand 2. Und so weiter und sofort. Natürlich dürften die Abweichungen, die man in Inseraten und beim Händler von diesen Preisangaben sieht, manchmal beträchtlich sein. Am Ende ist ja ein Auto soviel wert, wie jemand bereit ist dafür zu bezahlen. Aber als Indikation und als bildende Lektüre taugt das Preisheft in jedem Fall.
Und um zur eingangs gestellten Frage zurückzukehren, ja die Preise scheinen immer noch zu steigen, aber deutlich weniger dynamisch, als man das vor kurzem noch erwartet hat. Autos wie der Mercedes-Benz C36 AMG, dessen Wert in fünf Jahren um 84 % gestiegen ist, sind eher die Ausnahme als die Regel. Und die spannendsten Fälle tragen aktuell noch ein “NEU” in der Spalte Preisentwicklung. Schauen wir also in fünf Jahren wieder …


























