Der vergessene 16-Zylinder

Bruno von Rotz
23.05.2018

Coventry Climax 16-Zylinder 1963/1965

Es gibt nicht allzu viele 16-Zylinder-Motoren in der Geschichte des Automobils, aber einer geht wohl regelmässig vergessen, wenn sie aufgezählt werden. Dabei war Coventry Climax ein Motorenbauer mit hervorragender Reputation und viel Erfahrung. Viele Grand-Prix-Siege und Erfolge auch in Strassensportwagen zeigten, dass Peter Windsor Smith und Walter Hassan wussten, was sie taten.

In den Sechzigerjahren galten hohe Drehzahlen als das einzige Mittel für mehr Leistungen und der Weg führte über mehr Zylinder. So begann man bei Coventry Climax an einem 16-Zylinder-1,5-Liter-Grand-Prix-Motor zu arbeiten. Der Winkel zwischen den beiden Zylinderreihen war 180 Grad, die Kraft wurde in der Mitte des Motors abgenommen.

Testlauf Coventry Climax 16-Zylinder 1965

Der Motor, offiziell vorgestellt im Jahr 1965, erlaubte mit seinen kleinen Zylindern zwar hohe Drehzahlen, aber die Leistung von knapp über 200 PS lag nur unwesentlich über der des bereits verfügbaren Achtzylinders. Zudem gab es erhebliche Vibrationsprobleme und mehr als drei Stunden lief die Maschine ohne Überholung nicht.

Obwohl Coventry-Partner Lotus den Typ 33 spezifisch auf den 16-Zylinder, FWMV genannt, ausgerichtet hatte, kam der Motor nie zum Einsatz.

Noch schlimmer war allerdings, dass Coventry Climax mit dem Versagen des 16-Zylinders keinen Motor für die neue Dreiliter-Formel hatte, denn keines der verfügbaren Antriebsaggregate konnte auf drei Liter aufgebohrt werden, was schliesslich den Rückzug der Rennmotorenschmiede aus dem Grand-Prix-Sport bedeutete.

Archivierte Einträge:

von ro******
29.05.2018 (18:45)
Antworten
180°? Das sieht eher nach 90° aus.
von dagamba
30.05.2018 (15:33)
Antworten
Hallo ro...: Schauen Sie mal genau hin: 8 und 8 Töpfe sind tatsächlich wie ein "Boxer" im 180-Grad-Winkel, also flach gegenüber voneinander, angeordnet. Ist aber kein Boxer, sondern ein 180-Grad-V, weil die Pleuel gegenüberliegender Zylinder sich einen Hubzapfen teilen (an der Durchsichtzeichnung sehr schön zu erkennen). Die Zylinder "boxen" also nicht gegeneinander. Bauprinzip wie z.B. beim Porsche 917 oder Ferrari 512 BB (Berlinetta "Boxer", fälschlicherweise), die halt "nur" 12 Zylinder haben.
von ka******
03.06.2018 (15:53)
Antworten
Wer behauptet denn dass es sich um einen Boxermotor handelt?
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.

Weitere Blog-Einträge:

zwischengas.com

Die umfangreichste Internet-Plattform über Oldtimer, Youngtimer und historischen Motorsport. Mit über 150'000 Besucher pro Monat ist zwischengas.com zur wichtigsten Informationsquelle von Oldtimer-Enthusiasten geworden.

Zwischengas Jahresmagazin

260 Seiten mit Fahrzeugberichten, Veranstaltungsrückblick und Auktionsanalysen.

Ab 6. Dezember 2020 am Kiosk und jetzt im Online-Shop

CHF 12.90 | EUR 9.90 zzgl. Versand

SwissClassics Revue

SwissClassics, das grösste Oldtimermagazin der Schweiz, erscheint mit sechs Ausgaben im Jahr und richtet sich an die Liebhaber von Oldtimern. Berichtet wird über Legenden des Fahrzeugbaus und die Schweizer Oldtimerszene sowie europäische Klassiker-Events.

Bisherige SwissClassics Ausgaben

Loading...

Jetzt kostenlos anmelden und profitieren: mehr lesen und mehr sehen!

Wenn Sie sich mit Ihrem persönlichen Passwort anmelden oder neu registrieren, haben Sie mehr von Zwischengas! Vorteile: weniger Werbung und
andere.
Die Anmeldung ist kostenlos.