Der Tod fährt mit
Autorennsport kannte früher genau zwei Seiten, die Begeisterung oder die totale Ablehnung.
Die vielen schweren Unfälle waren bestimmt ein Grund für die Ablehnung. Der Spruch „Der Tod fährt mit“ war absolut berechtigt. Fast alle damaligen Rennfahrer schlossen mit ihrem Leben ab, sobald sie das Auto bestiegen. Sie verabschiedeten sich vor jedem Rennen von der Familie. Nicht selten mussten Rennfahrer-Kollegen am Abend das Hotelzimmer verunfallter Piloten räumen. Die Frauen und Freundinnen bangten an der Boxenmauer um ihre Liebsten. Bei jedem Unterbruch machte sich sofort grosse Angst breit, erst beim Wiedererscheinen des Piloten konnte erleichtert aufgeatmet werden.
Heute ist alles anders. In Sportarten wie Bergsteigen oder Gleitschirmfliegen giab es mehr Unfälle mit Todesfolge als im Rennsport. Die Sicherheit im Motorsport ist enorm hoch geworden, was jedoch nicht heisst, dass nichts mehr passieren kann. Ein schwerer Unfall wird uns mit Sicherheit auch heute wieder erschüttern. Und alles was sich (schnell) bewegt, birgt auch Gefahren!
Auf der wunderschönen Karikatur begleitet der Tod die Fahrt von Bernd Rosemeyer auf seinem Auto Union 16-Zylinder-Rennwagen. Rosemeyer verunglückte allerdings nicht mit diesem Auto, sondern mit einem anderen Fahrzeug am 28. Januar 1938 anlässlich einer Weltrekordfahrt auf der Reichsautobahn in Frankfurt-Darmstadt bei Mörfelden-Walldorf!
Aber nicht alle erlagen dem Rennfahrertod. Paul Pietsch der Gründer vom Motorpresse Verlag in Stuttgart fuhr 1935 neben Rosemeyer im Auto-Union-Werksteam. Er durfte seine Rennfahrerkarriere gesund überleben und wurde dieses Jahr 100 Jahre jung!

























