Der (fast) vergessene Lotus Elan Prototyp dazwischen
Der Lotus Elan der Sechzigerjahre gehört zu den besten Sportwagen seiner Zeit, gebaut wurde er von 1962 bis 1973. In den Neunzigerjahren dann gab es erneut einen Lotus Elan, intern M100 genannt. Von 1989 bis 1995 wurde er als frontgetriebenes Cabrio gebaut.
Was aber wenige wissen, ist, dass es dazwischen noch einmal einen Lotus Elan gab, intern M90 und später X100 genannt.
1981 begannen die Arbeiten an diesem Auto. Für das Design war Oliver Winterbottom zuständig, der vorher bereits die Modelle Eclat und Elite gezeichnet hatte und auch den TVR Tasmin entwarf. Geplant war ein glattflächiges Coupé, doch das Projekt kam mit dem Tod von Colin Chapman im Jahr 1982 zum Stillstand. Unter seinem Nachfolger wurde dann schliesslich weitergearbeitet und 1984 entschieden, einen offenen Prototypen zu bauen.
Dieser wies technisch vor allem bezüglich der Chassis-Struktur Ähnlichkeiten mit dem Ur-Elan auf, für die Technik aber lehnte man sich an Toyota an und nutzte zum Beispiel den Motor, der auch im Corolla GT seinen Dienst tat. Bei den Aufhängungen wählte man eine ähnliche Konzeption wie beim Lotus Excel.
Der Prototyp wurde mit Blick auf eine baldige Produktion in aller Konsequenz gefertigt. Es entstanden sogar die Formen für die Kunststoff-Karosserie-Produktion. Bei den Kleinteilen wählte man das, was gerade passte. Das Armaturenbrett wurde von einem Opel Monza entlehnt, die Rückleuchten vom Aston Martin Lagonda, usw..
Selbst ein Wagenheber wurde beschafft und das Benutzerhandbuch entworfen.
Zur geplanten Produktion kam es aber nicht, denn Lotus ging Mitte der Achtzigerjahre bereits den Weg in Richtung Frontantrieb, es entstand dann der Peter-Stevens-M100 Elan, während der X100-Prototyp irgendwo in einer Ecke abgestellt wurde.
1998 versteigerte Lotus den Prototyp mit anderen raren Autos und so gelangte der Wagen in die USA. Und er überlebte und kommt jetzt wieder auf den Markt.
Inzwischen hat der rechtsgelenkte Wagen, der gemäss Verkäufer voll funktionsfähig ist, rund 1250 Meilen auf dem Tacho. USD 86’000 soll der silbergraue Prototyp, wie er aktuell auf Hemmings inseriert ist, kosten. Der Preis ist offenbar verhandelbar.
Das tönt durchaus preiswert, doch muss man sich bewusst sein, dass man ein Einzelstück kauft, das zwar bei manchem Concours d’Elégance gerne willkommen sein dürfte, im Alltag aber mit allerlei Unregelmässigkeiten auffallen kann, welche halt bei einem weitgehend ungetesteten Unikat auftreten können.
Wir würden uns natürlich freuen, wenn dieses “fehlende Glied” in der Elan-Kette zurück nach Europa fände.
Die Bilder stammen vom aktuellen Besitzer und sind so beim Inserat auf Hemmings publiziert.

































