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Aus dem Leben eines Mechanikergesellen - es ist nicht immer die Kupplung

Der Mechanikergeselle
10.09.2017

Motor eines Simca Aronde von 1960

EinesTages kam ein Kunde mit seiner Simca Aronde in die Werkstatt gerollt. Der Wagen hatte noch keine große Kilometerleistung hinter sich und war immer einwandfrei gelaufen. In letzter Zeit hatte sich aber ein lästiges Kupplungsrupfen beim Anfahren bemerkbar gemacht. Der Kunde rechnete darum, als er zu uns in die Werkstatt kam, mit einer Kupplungsreparatur und war darüber verständlicherweise nicht gerade begeistert. Eine kurze Probefahrt bestätigte die Wahrnehmung des Kunden.

Unser Meister ließ nun daraufhin nicht gleich die Kupplung ausbauen, sondern beauftragte einen Monteur, die Motor-Getriebeaufhängungen (Dreipunktaufhängung) zu kontrollieren. Bei der Sichtkontrolle konnte allerdings kein Defekt in der Aufhängung festgestellt werden. Um ganz sicher zu gehen, rüttelte der Monteur daraufhin am Motor und stellte fest, daß dieser sich nicht federnd in den Aufhängungselementen bewegen ließ, sondern irgendwo anstieß. Die nochmalige Untersuchung des hinteren, am Getriebe be festigten Aufhängungselementes - es handelt sich bei dieser Ausführung um eine Kombination von Gummiblock und Spiralfeder, welche am Getriebeflansch und einer eingeschraubten Quertraverse befestigt ist - brachte die Ursache der Beanstandung zum Vorschein.

Irgendwann und irgendwo war einmal ein ungefähr hühnereigroßer Stein von der Fahrbahn hochgeschleudert worden und hatte ausgerechnet auf der genannten Traverse ein ruhiges Plätzchen gefunden.
Allerdings hatte er sich dabei zwischen Traverse und Getriebeflansch gesetzt und somit die Federwirkung des Aufhängungselementes am Getriebe ausgeschaltet. Das halte zur Folge, daß der Motor samt Getriebeblock sich beim Anfahren starr abstützen konnte.

Das Entfernen des Steines brachte jedenfalls einen vollen Erfolg. Die Kupplung arbeitete wieder weich und rucklos. Und der Kunde brauste hochbefriedigt ob der schnellen und gekonnten Hilfe wieder ab. So unglaubhaft es klingen mag: Ein Stein am falschen Ort war die eigentliche Ursache für das Rupfen der Kupplung.

Dieser Text stammt aus der Ausgabe 16 des Jahrgangs 1959 der Zeitschrift “Krafthand”.

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