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Motorsport ist und bleibt gefährlich, gerade auch, wenn die Autos älter werden

Daniel Reinhard - 12.09.2017

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March 701 von 1970 in Monaco im Jahr 2014 (© Daniel Reinhard)

Dass Motorsport nach wie vor gefährlich ist und sicher auch immer bleiben wird, zeigte sich einmal mehr in der historischen F1 in Zandvoort.

Der 61-jährige Franzose David Ferrer, ein erfolgreicher Früchte- und Gemüsehändler aus Montpelier (Südfrankreich), war mit seinem ex-Chris Amon March 701, von dem um 1970 insgesamt nur 11 Exemplare gebaut wurden, in der ersten Rennrunde in der Arie Luyendijk Kurve (Zielkurve) unterwegs, als vermutlich ein Aufhängungsbruch das Auto nach links abbiegen liess und es in der Folge von der Aussenleitplanke auf die Innenseite der Strecke zurückgeschlagen wurde, so die Aussage eines Augenzeugen.

Das Auto brach, wie damals üblich, in seine drei Teile. Ferrer hatte keine Chance, er wurde zwar noch auf der Unfallstelle wiederbelebt und in eine Spezialklinik nach Amsterdam geflogen. Doch nur wenige Tage später erlag er endgültig seinen Verletzungen.

Ganz klar sind die historischen Rennwagen weitaus gefährlicher als alle aktuellen Renner. Beim Vorkriegsauto kann bereits ein Dreher bei geringem Tempo tödlich enden, wenn sich der Wagen mit seinem doch hohen Schwerpunkt auf den Curbs verhakt und kippt. Die Rennwagen aus den Sechziger- und Siebzierjahren mit ihren Rohrrahmen- oder Alu-Chassis erreichen niemals die Steifigkeit und Crashsicherhiet eines modernen Kohlefaser-Monocoques. Mit Sicherheit wäre David Ferrer, bei identischem Abflug, jedem aktuellen Rennwagen unverletzt entstiegen.

Man muss diese Renn-Unfälle, die ja gottseidank selten sind, aber doch auch im Kontext sehen und sie in Relation mit anderen Sportunfällen betrachten. Am Berg (allein in der Schweiz 2016: 178 und 2015: 213 Tote) sterben viel mehr Menschen als im Rennwagen. Selbst beim Baden ertrinken weit mehr (in der Schweiz im Schnitt jährlich 65 Todesfälle), als auf der Rennstrecke tödliche Unfälle passieren.

Jeder der einen Berg erklimmt, einen Tauchgang in Angriff nimmt, oder mit dem Gleitschirm in die Luft geht, muss sich des Risikos bewusst sein, dass immer etwas passieren kann, womit keiner gerechnet hat. So ist es auch im Rennwagen. Wer aber einmal einen freien Fall aus dem Flugzeug, eine Fahrt auf dem Skeleton durch den Eiskanal oder die ungeheure Kraft eines F1-Rennwagens selbst erlebt hat, der weiss, von welchen Erlebnissen hier gesprochen wird. Der Spass ist derartig gross, dass man das Risiko gerne immer wieder in Kauf nimmt.

Also, was soll all die Kritik, die den Rennsport nach jedem Unfall in die negativen Schlagzeilen bringt? Schliesslich lauert auch beim gemütlichen Schwimmen, Wandern oder Skifahren der Tod. Und die Fahrer in den historischen Rennwagen sind sich des Risikos sehr bewusst …

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