"Das Wort zum Zwischengas", oder "Der unvorhersehbare Lauf der Dinge"

Daniel Reinhard
25.09.2017

Fiat Ritmo 75 im Jahr 1979 (© Daniel Reinhard)

Vieles beginnt, wenn auch völlig unbewusst, massiv früher als man glaubt. Seit 2500 Tagen, also bald sieben Jahren, ist nun "zwischengas.com" online. Tausende von Stunden Arbeit stecken in diesem Projekt, aber wir stehen nach wie vor voll hinter unserer Idee und dem Erreichten.

Begonnen hat eigentlich alles bereits in den Jahren 1978/79. Damals gab es noch nicht mal ein Internet, und nur wenige dachten über etwas Derartiges überhaupt nach.

Bruno und ich besuchten gemeinsam das Gymnasium in Sarnen. Er war von Anfang an der bessere Schüler als ich, doch im Kopf hatten wir schon damals nur das Eine und das Andere. Die Schule war eigentlich immer nur eine müssige Nebensache, die eigentliche Hauptsache waren die Mädchen und vor allem die Autos. Damals weniger historische Autos, als vielmehr die aktuellen Kisten. Porsche, Ferrari und Alfa Romeo. Unsere Väter mussten auf Druck ihrer Söhne rostanfällige Sportlimousinen von Alfa-Romeo kaufen. Der Alfasud 1,5 ti war damals das Mass der Dinge. Gemeinsam besuchten wir mit unseren Mofas die Ferrari-Treffen in Stans oder auch die FNA (Freunde nostalgischer Autos) in Alpnach-Dorf. Wir wurden Freunde und blieben es bis heute.

Der "Obwaldner" mit den Auto-Testberichten

Die Idee, Testberichte über Autos zu schreiben, entstand aus reiner Not. Gerade einmal mit dem Führerschein ausgestattet, wollten wir natürlich zum Autosalon nach Genf und brauchten dazu noch ein Auto.

Renault 18 GTS von 1979 (© Daniel Reinhard)

Die Fahrzeuge unserer Väter waren nicht abkömmlich, so holte ich mit der Idee eines Testberichtes in der damaligen "Obwaldner Zeitung", zu der ich dank meines Vaters einen engen Kontakt pflegte, ein Auto beim Händler. Testberichte zum Fiat Ritmo, zum Renault 18 und zum Mitsubishi Galant Turbo waren das Ergebnis.

Fiat Ritmo 75 im Jahr 1979 (© Daniel Reinhard)

Nach der fünften Gymnasiums-Klasse verabschiedete ich mich für fünf Jahre nach Wien, wo ich eine Fachschule für Photographie besuchte, während Bruno das Studium als Informatik-Ingenieur begann. Wir sahen uns nur noch wenig, doch dies tat unserer Freundschaft keinen Abbruch. Er besuchte mich sogar zwei Mal in Wien, einmal mit seiner Fantic 125 ccm auf dem Weg nach Budapest, ein anderes Mal mit dem dunkelblauen Alfasud Ti, als ich bereits einen Alfasud Sprint Veloce mein Eigen nannte.

Nach unseren Ausbildungen begann das Berufsleben, was uns nur noch wenige gemeinsame Abendessen pro Jahr Zeit liess. Die Autos aber wurden schneller und manchmal auch teurer, ab und zu trafen wir uns auch bereits bei Oldtimer-Veranstaltungen.

Inzwischen war auch das Internet geboren, und wir hatten uns inzwischen den historischen Fahrzeugen verschrieben. Und plötzlich kam im Seerstaurant in Zug die Idee einer eigenen Internet-Plattform über historische Autos auf. Von der Idee zum Online-Gang verstrich nur wenig mehr wie ein Jahr. Das Ergebnis wurde am 22. November 2010 für Pilotnutzer sichtbar, ab Dezember 2010 waren wir dann für alle live, der Rest ist (eine 2500-tägige) Geschichte …

Archivierte Einträge:

von mathys josef seon
26.09.2017 (22:42)
Antworten
Das ist eine gute Geschichte; als Senior von 74 Jahren habe ich schon manche schöne Stunde vor dem PC zugebracht und so nach und nach die Traumautos meiner Jugendjahre (1950-1960) wieder gesehen.

Fahre selbst seit 1984 Jaguar und freue mich, immer wieder zu sehen, dass diese Marke schon früher ein gewisses, eigenständiges Image aufrecht halten konnten.

Stelle erfreut fest, dass es gar nicht so viel Geld braucht, um sich einen guterhaltenen Oldtimer anzuschaffen, mit Fr. 40 bis 50'000.00 kann man schon dabei sein.

Was ich aber grosse Mühe habe, zu verstehen, ist, dass ein 2 CV heute Fr. 18'000.00 wert sein muss. Ich habe meinen Deux Chevaux anno 1961 für Fr. 1'800.00 als Occasion gekauft und 1963 für Fr. 600.00 weiter verkauft. Hätte ich ihn doch nur in einer Scheune abgestellt.

Ebenso meinen 1984 zu Fr. 60'000.00 neu gekauften Jaguar XJ musste ich 2001 für schäbige Fr. 2'400.00 nach Holland verkaufen. Nach 17 Jahren und 221'000 km war das Auto in der Schweiz nicht mehr mit vernünftigem Aufwand instand zu halten.

Es wurde inzwischen in Holland komplett restauriert und, wie mir der neue Besitzer mitteilte, fährt immer noch sehr gut. Er musste dafür Euro 56'00.00 auslegen.

Hätte ich ihn doch behalten !

Heute fahre ich seit 2008 einen Jagura XF, der mir wahrscheinlich noch so lange dienen wird, wie ich noch autofahren kann. Seit ich mit 71 Jahren endlich als Immobilienmakler und Generalunternehmer in Pension gehen konnte, mache ich nicht mehr viele Kilometer.

Ich wünsche den Unternehmern von Zwischengas alles Gute für die Zukunft und werde ihre website in meinem Freundeskreis mit Freude weiter empfehlen.

5703 Seon, 26. September 2017

Mathys Josef
eidg. dipl. Immobilientreuhänder
CH 5703 Seon

mathysjosef43@gmail.com
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