Der Sportmotor im Nutzfahrzeug
Im Jahr 1954 stellte Alfa Romeo die Giulietta und damit auch einen komplett neuen Motor vor. Er war nach neuesten Erkenntnissen konstruiert und führte Autos von Alfa Romeo über Jahrzehnte zu Rennsiegen. Sowohl der Motorblock als auch der Zylinderkopf entstanden wurden aus Alluminium gefertigt, um den Motor leicht zu machen.
Hemisphärische Brennräume, hängende Ventile und zwei obenliegende Nockenwellen sorgten für die optimale Leistungsausbeute, aber auch Zukunftssicherheit, denn später sollte dieser Motor auch mit zwei Zündkerzen und vier Ventilen pro Zylinder laufen. Es war ein richtiger Sportwagenmotor, ein Bijou! Zumindest wurde er als das verkauft damals ...
Doch Alfa Romeo sah sich gezwungen, den Motor möglichst günstig zu produzieren, also sann man nach Wegen, den Ausstoss zu erhöhen. Als stellte man gleichzeitig mit der Giulietta 1954 auch einen Transporter, ein Nutzfahrzeug vor, das Alfa Romeo T10 “Autotutto” (übersetzt Allzweckfahrzeug) genannt wurde. Im Motorraum sass genau derselbe Motor wie in der Giulietta, allerdings in einer deutlich leistungsschwächeren Version mit 34 PS. Es gab den Transporter auch als Romeo 2 und später als Romeo 3. Und 1967 folgte der F12/A12, respektive der F11/11, weiterhin mit dem Doppelnockenwellen-Motor. Erst 1983 wurde die Herstellung aufgegeben. Trotzdem erinnert sich hierzulande kaum jemand an den Transporter mit Sportwagenherz.
Weniger wie ein Nutzfahrzeug sah der Kombi auf Giulietta-Basis aus, dafür war er deutlich seltener. Gerade einmal 91 Exemplare vom praktischen Fünftürer stellte die Carrozzeria Colli her. Und der Motor? Natürlich das legendäre Zweinockenwellen-Aggregat der normalen Giulietta-Baureihe.
Mehr über den Motor, vor allem aber über den Sportwagen Alfa Romeo Giulietta Sprint, gibt es in unserem Bericht über eine ganz besonders rare Coupé-Variante zu lesen.


























