Mit einem Brot- und Butterauto zur Rallye der Sympathie (Südtirol Classic Schenna)
Eine der schönsten Veranstaltungen für Oldtimer soll gemäss vieler Meinungen die mittlerweile zum 31. Mal durchgeführte Südtirol Classic in Schenna, dem Sonnenbalkon Merans sein. Wir wagen trotz der vielen sehenswerten Automobile aus den Vorjahren eine Anmeldung mit unserem Volvo P 210 Duett, der täglich als Firmenauto benutzt wird.
Wir werden tatsächlich angenommen! Allerdings nach zwei Wochen die Ernüchterung: abgelehnt wegen der Werbeaufschriften auf dem Firmenwagen. Nach einigen Diskussionen kam dann allerdings doch die Zusage, wir dürfen mitmachen.
Die 140 beeindruckenden Automobile mit 18 Vorkriegswagen sind im Gegensatz zu unseren Volvo schon eine tolle Auswahl. Sehr nette Leute erleichtern uns beim ersten Get-Together unter Weinreben den Beginn des dreitägigen Vorglühens von Montag bis Mittwoch.
Leider bleiben wir nach problemloser Anfahrt auf eigener Achse am ersten Tag mit wenig Benzindruck liegen. Der Rallye-eigene Service baut eine elektrische Benzinpumpe ein und weiter geht’s.
Am zweiten Tag wiederholt sich das Problem, eine andere stärkere Benzinpumpe wird eingebaut. Jetzt bekommt der Vergaser zu viel Sprit und das Auto raucht stark. Am Mittagsstopp gibt es eine große Diskussion über den stinkenden Volvo. Der Service mit Oldtimermeister Hans stellt während der Pause den Vergaser neu ein und siehe da, nun ist er wieder sauber. Peinlich ist diese noch nie dagewesene Defektserie trotzdem, die Blicke einiger Edelautofahrer sprechen Bände.
Am Donnerstag beginnt die eigentliche Rallye und siehe da: zweimal bekommt meine unerschrockene Pilotin spontanes Lob von Konkurrenten aufgrund der flotten Fahrt mit dem nur 68 PS starken Kombi. Das Auto läuft jetzt wie ein Uhrwerk. Bei der Siegerehrung werden wir Zweite in der Klasse unter 37 Autos und 12. im der Gesamtwertung bei 140 Startern.
Natürlich kennen uns mittlerweile alle und die Veranstalter laden uns spontan ein, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Das werden wir tun, denn die Rallye ist tatsächlich eine der schönsten und angenehmsten Veranstaltungen, die wir je gefahren sind. Und Brot- und Butterautos werden auch von den vielen Zuschauern sehr wohlwollend aufgenommen und immer fotografiert.
Einziger Wermutstropfen ist der bei einigen Teams doch vorherrschende Ehrgeiz. Denn trotz der Bitte des Veranstalters, nur altersgerechte Uhren zu benutzen, waren wohl doch einige elektronische Hilfsmittel im Einsatz. Dies ist mittlerweile ein bei vielen Veranstaltungen aufkommendes Problem, was sehr schade, aber wohl nicht zu stoppen ist.
P.S. Auf der Rückfahrt nach Ulm bleiben wir erneut ohne Benzindruck liegen. Wir aktivieren die Originalbenzinpumpe und reinigen die Schwimmerkammer. Der Grund ist aber jetzt gefunden: aus dem Benzinschlauch lösen sich kleine Partikel und verstopfen Vergaser und die elektrische Benzinpumpe trotz Feinfilters. Anscheinend eine Reaktion aus Bleizusatz und modernem Sprit!


























