Lenken Sie noch oder werden Sie bereits gelenkt?
Wir sind immer wieder mit Autos aus der Vorkriegszeit unterwegs und haben dann auch das Vergnügen mit erheblichem Muskelaufwand in grosse (und nahe am Körper stehende) Lenkrad zu greifen. Die Entwicklung, die gerade die Lenkung und das Steuerrad durchgemacht haben, ist beeindruckend.
Noch niemand wagt so recht an autonom fahrende Autos zu denken, aber bereits der moderne Mittelklassewagen parkt heute selbständig ohne Lenkeingriff ein, hält den Wagen durch Lenkkorrekturen in der Spur oder ist gar in der Lage, im Stau dem Vordermann nachzufahren.
Das Lenkrad ist klein und hat einen dicken Kranz, Kraft ist kaum mehr nötig, denn eine Servolenkung ist heute omnipräsent. Selbst die früher übliche hydraulische Unterstützung wurde bereits wieder von elektrisch arbeitenden Systemen ersetzt.
Dabei hatte man vor 40 oder 50 Jahren schon Bedenken, auch nur schon eine leichte Servounterstützung zu bestellen, weil einem damit wenig Gefühl für die Strasse übermittelt wurde. Vor 20 oder 30 Jahren gab man diese Vorbehalte auf, selbst Sportwagen, der Porsche 964 hatte sie auch, wurden nun gerne mit der Lenkhilfe geordert. Und als vor einigen Jahren die elektrische Lenkunterstützung kam, trauerten die Autotester der klassischen Servolenkung nach, beklagten das geringere Lenkgefühl. Und in der Zukunft, wenn dann die Lenkarbeit vom Computer übernommen sein wird, werden wir uns an die schönen Zeiten erinnern, also wir noch selber am runden (oder halbrunden) Steuerrad drehen durften.
Das Lenkgefühl gibt einen Einblick in die Seele eines Autos, finden wir und freuen uns schon über das nächste Fahrzeug mit direkt durchgehender Lenksäule bis zur Spurstangen-Mechanik.

































