Grosser Rennsport mit kleinen Autos - der Renault Elf Cup
Fehlt Ihnen die Spannung im modernen Rennsport? Vermissen Sie die richtigen Rad-an-Rad-Kämpfe von jungen heissblütigen Piloten? Dann schauen Sie sich dieses Video von Tim Hahne an. Es heisst “Fünferbande - der Renault Elf Pokal” und es erzählt die legendäre Geschichte des Markenpokals, der 1974 seinen Anfang im Motodrom von Hockenheim nahm.
Und dieser Anfang hatte es in sich, denn die mit Slicks bereiften Renault 5 purzelten gleich dutzendweise von der Rennstrecke, sie überschlugen sich ohne Feindberührung in der Kurve. Das Publikum jauchzte, der Hersteller hätte den Markenpokal wohl am liebsten gleich wieder eingemottet. Doch ein paar Anpassungen am Fahrzeug und einige Aussprachen mit den Fahrern später wurde daraus eine Erfolgsgeschichte, wie es keine zweite gibt.
Davon erzählen die einstigen Matadoren und Beobachter wie Rainer Braun im neuen Film, der nun auf den gängigen Streaming-Plattformen angeschaut werden kann.
Und die 37 Minuten haben es in sich. Die damaligen Mitstreiter erzählen von ihren Tricks und Erlebnissen.
So erwähnt etwa Meister Wolfgang Schütz, dass er sein Auto vom Abbruch hatte und als einziger mit einem Faltschiebedach unterwegs war, was aerodynamisch natürlich kein Vorteil war. Hans Heyer erinnert sich, wie man das Reglement aushebelte, Harald Grohs lacht darüber, wie er auf einem stillgelegten Autobahnstück das Handling des Wagens erprobte.
Aber es sind natürlich die Rennszenen, die den Film besonders packend machen. Die Windschatten-Schiebe-Taktiken, die haarsträubenden Ausbremsmanöver und die Unfälle.
Im Film werden vor allem die frühen Jahre und die Zeiten mit dem “dicke Backen” Renault 5 Turbo portraitiert. Aber auch der Renault Clio, der im Anschluss kam, wird natürlich nicht vergessen.
Etwas Besonderes ist auch der Einsatz von Walter Röhrl in Hockenheim, er kam nämlich zu spät und wurde nicht mehr in die Startaufstellung vorgelassen, das Tor war zu. Als die 60’000 Zuschauer brüllten und zeterten, durfte Walter dem Feld nachfahren und konnte sich dann im Laufe des Rennens vom 44. auf den 7. Platz steigern. Die Überholmanöver wurden alle im ZDF gezeigt, denn er hatte eine Kamera im Wagen.
Einfach einmal reinschauen, dieser Rückblick macht wirklich Spass … und auch ein wenig wehmütig.
Wenn der Film hier nicht erscheint, kann er auch auf Youtube oder Vimeo direkt angeschaut werden.
Nicht nur dieser Film von Stereoscreen ist sehenswert, werfen Sie doch einen Blick auf deren Webseite.


























