Peugeot durch Jeremy in die Wüste geschickt, oder umgekehrt?
Am 22. Februar 2015 brachte die britische Fernsehsendung Top Gear mit ihren rührigen Präsentatoren Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May einen Beitrag zu Peugeot . Angriffig wie immer postulierten Clarkson und May, dass Peugeot nach einer Phase, in der sie hervorragende Automobile bauten, in den Achtzigerjahren dazu übergegangen seien, möglichst schlechte Fahrzeuge (“terrible cars”) zu fertigen.
Als Beispiele für aussergewöhnliche Autos führten sie den Peugeot 504 an, der mit seiner sprichwörtlichen Zuverlässigkeit das Kamel in der Wüste ersetzt habe, den Peugeot 505 GTI, den 405 MI16 sowie den 205 GTI, den Gegensatz verkörperte zum Beispiel das Modell 1007.
Natürlich war das Ganze witzig aufgemacht und gemeint, so stellten May und Clarkson die entscheidende Management-Sitzung nach, an der entschieden wurde, nur noch schlechte Fahrzeuge herzustellen. Sie trugen dazu aufgemalte Schnurrbärte, prosteten sich mit Wein zu und liessen einen Akkordeon-Spieler im Hintergrund auftreten. Wie jede Satire kann man dies als lustig oder verletzend wahrnehmen.
Aber die drei Top-Gear-Macher sind ja bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und deshalb wohl auch schauen sich weltweit 350 Millionen Menschen diese Sendungen an, die manchmal nur am Rande etwas mit Autos oder wirklicher Wahrheitsfindung zu tun haben. Es soll die erfolgreichste Sendung von BBC sein und nur so ist es auch zu erklären, dass gestern innert Stunden eine Online-Petition mit 350’000 Unterzeichnern die Wiedereinsetzung von Jeremy Clarkson forderte, nachdem die BBC den nicht ganz einfach kontrollierbaren TV-Präsentator in die Wüste geschickt hatte, weil er wohl mit einem TV-Produzenten zusammengeraten war, als nach den Dreharbeiten kein Essen auf dem Set war, und dabei tätlich wurde. Ob dies eine Suspendierung (und den Rückzug der nächsten drei Folgen) rechtfertigt, wird jetzt diskutiert, aber natürlich sollten auch BBC-Fernsehgrössen Manieren haben.
Dass der Peugeot-Beitrag und damit eventuell gar französich-englische Diplomatie etwas mit der ganzen Geschichte zu tun haben könnte, das scheint dann aber doch sehr unwahrscheinlich und an den Haaren beigezogen ...


























