Das unerwartete Ende der Lenkradschaltung
In den späteren Fünfzigerjahren galt die Lenkradschaltung als chic. Nicht nur erlaubte sie eine "barriere-freie" Platzausnutzung auf den Vordersitzen des Fahrzeugs und ermöglichte damit durchgehende Sitzbänke und Platz auch mal für drei Personen, sie war auch aus Sicht der Verkehrssicherheit eine nützliche Entwicklung, denn die Hand musste nicht weit greifen und war nach dem Gangwechsel schnell wieder am Lenkrad.
Technisch war die Lenkradschaltung allerdings aufwändiger, denn die Schaltbefehle mussten über mehr “Ecken” herum mechanisch zum Getriebe geführt werden. Darum verlangte mancher Hersteller Aufpreis für die Lenkradschaltung. Nicht dies jedoch machte der Lenkradschaltung den Garaus, sondern die unsportliche Aura, die sie umgab. Sportliche Fahrer schalteten mit einem Schaltknüppel zwischen den Sitzen, die Lenkradschaltung galt als komfortorientiert und weichgespühlt. Ein Hersteller nach dem anderen gab sie auf, sparte damit Geld und Entwicklungskosten und machte erst noch die (meisten) Kunden glücklich.
Und so verschwand die Schaltung am Lenkrad im Laufe der Sechzigerjahre und wurde erst wieder interessant, als Formel-1-Fahrer die Gänge am Lenkrad zu wechseln begannen, diesmal allerdings elektronisch und nicht mehr mechanisch.

































