Neuer Ferrari 296 GTB - hat er das Zeug zum Klassiker der Zukunft?
Gestern hat Ferrari den neuen 296 GTB vorgestellt. Er hat “nur” sechs Zylinder in V-120-Grad-Konfiguration, dafür aber einen Hybridbaustein und kommt ingesamt dank Turbolader auf 830 PS Systemleistung. Der Elektromotor liefert davon 167 PS. Als Plug-In-Hybrid kann der Ferrari auch rein elektrisch fahren, allzu weit dürfte er aber mit der kleinen Batterie, die 7,45 kWh speichert, nicht kommen. Aber für die Fahrt aus dem Wohnquartier dürfte es locker reichen.
Hat dieser neue Ferrari, den einige als Nachfolger des Dino 246 GT sehen, das Zeug zum Klassiker der Zukunft?
An Zitaten aus der Vergangenheit fehlt es (in der Ferrari-Pressemitteilung) jedenfalls nicht:
“Der allererste V6 von Ferrari hatte eine 65°-Architektur und wurde erstmals 1957 in dem 1500-cm³-Einsitzer Dino 156 F2 eingesetzt. 1958 folgten Versionen mit größerem Hubraum in den Sportprototypen mit Frontmotor – dem 196 S und dem 296 S – und in F1-Autos wie dem 246 F1, mit dem Mike Hawthorn im selben Jahr den Titel in der F1-Fahrerwertung gewann.
Der erste Ferrari mit einem V6-Mittelmotor war 1961 der 246 SP, der unter anderem die Targa Florio im selben Jahr und 1962 gewann. Ebenfalls 1961 sicherte sich Ferrari mit dem 156 F1, der von einem 120°-V6-Motor angetrieben wurde, den ersten Konstrukteurstitel in der Formel-1. Turbolader zwischen den Zylinderbänken eines Motors installierte Ferrari erstmals 1981 beim 126 CK und 1982 beim 126 C2, der als erstes Auto mit Turbolader den Konstrukteurs-Weltmeistertitel in der Formel 1 gewann. Ein zweiter Titel folgte 1983 mit dem 126 C3. Und seit 2014 wird die V6-Turbo-Hybrid-Architektur bei allen Formel-1-Einsitzern eingesetzt.”
Ein neuer Dino ist er aber vermutlich nicht, denn der war ja als günstiges Einstiegsmodell gedacht. Mit rund EUR 270’000 kann der 296 GTB diese Rolle nicht wirklich übernehmen. Wir erinnern uns, ein Dino 246 GT war preislich auf 911-Niveau angesiedelt und nicht doppelt so teuer wie der Heckmotor-Zuffenhausener.
Optisch macht der Neue aber schon einmal Laune, die Zutaten stimmen. Eine offene Version wird wohl auch dereinst folgen und eine fahrdynamisch noch verbesserte Leichtbauversion namens Assetto Fiorano ist bereits angekündigt, als Zubehör-Paket im Gegenwert eines neuen VW Golf.
Ferrari scheint die Hausaufgaben gemacht zu haben. Ob der 296 GTB das Zeug zum Klassiker hat, wird sich erst zeigen, wenn die komplexe Technologie auch langfristig gemeistert werden kann und das Fahrvergnügen dem Äusseren, welches Ferrari an den 250 LM angelehnt sieht, entspricht …
Wir haben einige Bilder zum Ferrari 296 GTB in einer Galerie zusammengestellt.

































