Tschüss BMW
Der Platz ist freigeworden, die beiden BMW Sportwagen haben neue Besitzer. Mit beiden Autos habe ich je rund 6000 bis 7000 km zurückgelegt während zwei, respektive drei Jahren.
Mit dem BMW Z3 2.8i Coupé mit Jahrgang 2001 fuhr ich ein robustes und zuverlässiges Youngtimerfahrzeug, das viel Spass auf der Landstrasse bot und auch längere Einsätze/Reisen nicht krumm nahm. Mit rund 8,5 Litern pro 100 km liess sich der handliche “Turnschuh” moderat fahren, schnellere Ausflüge forderten einen gewissen Express-Zuschlag.
Ausser Wartung musste in den rund drei Jahren nur ein ABS-Sensor und einige Glühbirnchen gewechselt werden, keine Selbstverständlichkeit bei einem 20-jährigen Auto. Und an Wert verlor der Z3 in den drei Jahren nicht. Der Z3 wird gerade als Coupé seinen Weg weiterhin machen, denn er verknüpft viel Fahrspass mit einem gewissen Nutzwert und vor allem einem unglaublich attraktivem Heckdesign.
Mit dem BMW i8 mit Jahrgang 2016 wollte ich auch einmal selber eine “Klassikerperle der Zukunft” und gleichzeitig ein Technologie-/Innovations-Statement fahren. Flügel-/Scherentüren-Autos haben zudem schon immer einen Reiz auf mich ausgeübt und viele Alternativen gibt es da nicht.
Wie kaum ein anderer Supersportwagen schafft der i8 den Spagat zwischen Limousinen-Komfort und Kurvenräuber. Mit weniger als sechs Litern Superbenzin und etwas über 3 kWh pro 100 km war man schon flüssig unterwegs, deutsche Autobahnen offenbarten ein stupendes Sprintvermögen, aber auch deutlich höhere Verbräuche. Unvergessen bleibt eine Fahrt über den Flüelapass, auf der der i8 zeigte, was in ihm steckte, auf der er aber auch sein deutliches Untersteuern nicht verbergen konnte.
Einige elektrische und elektronische Probleme waren zu beheben in den zwei Jahren und ein kompletter Satz Reifen, der bereits beim Kilometerstand 18’000 km fällig war, kostete locker über EUR 1500 / CHF 1800. Der Wertverlust war minimal, da ich als Zweitkäufer vom enormen Abschreiber des Vorbesitzers profitieren konnte und weniger als 40 % des Neupreises bezahlen musste im Jahr 2019.
Obwohl der i8 alltagstauglich ist wie kaum einer seiner Konkurrenten, sorgten die enorme Breite und die Unübersichtlichkeit dafür, dass auch ich den Wagen weniger fuhr als beabsichtigt. Man lässt ihn auch nicht gerne exponiert stehen, denn nur allzu schnell nimmt das interessant gestaltete Karosseriekleid bei Feindberührungen Schaden.
Halte ich den i8 nach den Eigenerfahrungen noch immer für eine Klassikerperle der Zukunft? Eigentlich schon, aber es hängt stark von BMW ab, wie gut die Besitzer beim Erhalt unterstützt werden. Optisch hat der Wagen kaum etwas von seinem Reiz verloren und jüngere Klassikerkäufer werden ihn bestimmt im Auge haben, auch wenn das Instrumentendisplay eine grafische Enttäuschung und eines Supersportwagens nicht würdig ist …
Die verbaute Technik ist allerdings nichts für Schrauber und fordert selbst der BMW-Servicestelle einiges ab. Zitat eines Technikers: “Bei diesem Auto geht nichts schnell …”.
Der Platz in der Garage ist im Übrigen nicht lange leergeblieben. Aber dazu ein anderes Mal mehr …


























