Lärm ist nicht gleich Lärm
Es wird ja seit Wochen und Monaten viel über “Poser” gesprochen und moderne Autos, die trotz legaler Ausrüstung für enorme Geräuschpegel sorgen können, erregen Anstoss. Nun muss aus Oldtimersicht dazu gesagt werden, dass natürlich die Autos der Vergangenheit auch nicht alle leise waren. Allerdings war die durch Ansaugen, Verbrennen und Ausstossen produzierte Geräuschkulisse ursprünglich kein Selbstzweck, sondern halt eine Folge der in Bewegung gesetzten Mechanik und der mehr oder weniger unterlassenen Dämpfungsbemühungen/-fähigkeiten.
Letzthin aber stand ich an einer Strasse, als ein Austin-Healey 100 vorbeifuhr, mit dem typisch-dumpfen Vierzylinderbrummen und durchaus einige Dezibel erzeugend. Störend wirkte dies in meinen Ohren nicht, im Gegenteil: Welch’ ein attraktiver Sound!
Kurze Zeit darauf fuhr dann ein moderner Audi RS3 vorbei, der nahe bei mir ein Schaltmanöver durchführte, wobei es zu künstlich erzeugten Fehlzündungen und krassen Lärmspitzen kam. Ähnliches kann man auf diesem Tonmuster hören:
Es folgte dann ein Austin-Healey mit Sechzylindermotor, der sich etwas so anhört:
Das Geräusch eines Verbrennungsmotor muss nicht als Lärm empfunden werden, selbst Anwohner dürften sich wohl kaum ob einem vorbeifahrenden Austin-Healey stören, während aber die zur Schau gestellte und nur der Aufmerksamkeitserregung dienenden Lautäusserungen moderner Tuningexzesse auf deutlich weniger Gegenliebe stossen.
Lärm ist eben nicht gleich Lärm, nicht umsonst vergleicht man ja auch den Busso-Motor des Alfa Romeo GTV6 mit einer Stradivari …


























