Wie der Fortschritt im modernen Auto das Oldtimer-Fahren schwieriger macht

Bruno von Rotz
02.02.2015

Alfa Romeo 6C

Über die letzten zehn Jahre hat das Automobil gewaltige Fortschritte gemacht. Was an Ökonomie und Sicherheit heute machbar ist, hätten sich die Autobauer der Fünfziger- und Sechzigerjahre kaum vorstellen können.

Für den Oldtimerfahrer allerdings stellen diese Innovationen vor eine erhebliche Herausforderung, wenn sie mit ihren betagten Klassikern im Strassenverkehr mitmischen wollen.

So sind die Fahrer der heutigen Autos mit Digitaltachos und Tempomat unterwegs, können das erlaubte Tempo fast auf den Kilometer genau einhalten, egal ob es den Berg hoch oder runter geht. Als Fahrer eines fünfzigjährigen oder älteren Oldtimers aber schaut man auf einen Tacho, der locker zwischen zwei 10-Kilometer-Strichen pendelt und geht es bergauf, geht dem Auto halt schnell mal der Schnauf aus und es muss gefühlsvoll heruntergeschaltet werden, wobei kein automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe hilft. Da werden die modernen Autofahrer dahinter dann schon schnell einmal ungeduldig.

Lamborghini Miura

Fährt man in die Stadt hinein, trifft man immer mehr Passanten an, die sich bereits an die Start-/Stopp-Automatiken der heutigen Autos gewöhnt haben und erwarten, dass ein Motor vor einem Fussgängerstreifen stumm ist. Als Fahrer eines alten Autos kämpft man aber vielleicht mit Dampfblasenbildung und schlechtem Startverhalten bei heissem Motor und möchte den Motor auch zwecks Aufrechterhaltung des Kühlwasserkreislaufs nicht anhalten. Böse Blicke können die Folge sein.

Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer

Und in der Nacht? Da sieht man den alten Wagen neben den Xenon- oder LED-beleuchteten Autos der Neuzeit mit seiner lichtmaschinen-befeuerten Scheinwerfern, denen die Leuchtkraft bei niedriger Tourenzahl fast abhanden zu kommen scheint, kaum mehr. Und so wird der alte Wagen, der dazu noch mit überlangen Bremswegen zu kämpfen hat, viel zu spät erkannt oder gar übersehen.

Ja, im modernen Verkehr, vor allem wenn sich dieser gedrängt und hektisch zeigt, was leider immer häufiger der Fall ist, ist das Oldtimer-Fahren gar nicht einfach ...

Archivierte Einträge:

von mo******
05.02.2015 (15:12)
Antworten
Ich habe eigentlich immer nur freundliche Reaktionen erlebt. Hauptproblem bei meinem Anglia 1949: Mangelnde Stromversorgung. Am Tag mit Licht geht nicht. Und in der Nacht bleibe ich ohnehin lieber in der Garage. Die Ausleutung derStrasse entspricht derjenigen eines modernen Autos mit Standlicht oder Tagfahrlicht.
von ma******
03.02.2015 (21:04)
Antworten
Also ich kann nachsagen, das man an der Ampel böse angeschaut wird. Die meisten Leute Lächeln und erfreuen sich an den seltenen Formen die so ein Oldtimer hat. Und auch wenn man mal etwas langsamer ist, nehmen die anderen Fahrer Rücksicht
Kenne es nicht anders. Also nicht pessimistisch sein?
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