Volkswagen und das Detroit-Konzept
Über Jahrzehnte hatte Volkswagen erfolgreich den Käfer vermarktet und die Autofahrer der Vereinigten Staaten hatten sich als grosse Fans des “Beetle” (oder auch “Bug”) erwiesen. Als nun VW im Jahr 1975, ein Jahr nach der europäischen Präsentation, den Golf in den Staaten einführen wollte, waren man gezwungen, eine Kehrwendung zu produzieren. Über all’ die Käfer-Jahre hatte man darauf gepocht, wie wenig man am Konzept und an der Technik ändern müsse, hatte auf Modellkonstanz gesetzt und dies auch in der Werbung herausgestrichen. Und jetzt kam, mit dem Golf, der in den Staaten “Rabbit” genannt wurde, ein komplett neues Auto.
Folgerichtig strich man nun in den Inseraten heraus, wie NEU der Wagen war. Und gleichzeitig kritisierte man die Leute in Detroit, also die amerikanischen Autobauer, dass sie ja jedes Jahr nur neuen Wein in alten Schläuchen präsentieren würden. Die Volkswagenleute nannten dies das “Detroit-Prinzip”, welches den Wagen neu wirken lassen würde, ohne dass er wirklich neu sei. Demgegenüber war das nun “VW-Konzept” genannten Vorgehen beim Golf so, dass unter der neuen Karosserie auch neue Technik arbeiten würde, was im Falle des Golf/Rabbit ja auch den Tatsachen entsprach.
Natürlich strich man in der doppelseitigen Werbung auch die Vorzüge des kleinen Fronttrieblers heraus: Treibstoff-Ökonomie und gute Fahreigenschaften. Die Rechnung ging auf, die Amerikaner liessen sich auch vom Golf überzeugen, wobei die schwierigen Zeiten mit teurem Erdölnachschub durchaus das Ihrige beitrugen.
Weitere Überlegungen und Beobachtung zum Marketing von Personenwagen finden sich in einem eigens eingerichteten Themenkanal.

































