Die praktische Seite eines Porsche
Vor 45 Jahren bemühte sich Porsche , die praktischen Seiten ihrer Sportwagen zu kommunizieren. Richtig alltagstaugliche und geräumige Modelle wie Cayenne oder Panamera gab es damals ja noch nicht und man wollte ja trotzdem wachsen. Da reichten die hartgesottenen Sportfahrer als Zielsegment nicht mehr.
Also pries man den 911 auch für Familien an unter dem Titel “In einem Porsche können Sie mehr hinter sich lassen, als Sie denken.”
Im Inseratetext wurde dann genauer ausgeführt, was damit gemeint war:
“Viele sehen den Porsche immer nur von einer Seite. Sie sehen ihn als einen Wagen, der aufgrund seiner Schnelligkeit und seiner Größe ein ideales Automobil für Junggesellen ist, die das Autofahren zu ihren Hobbys zählen.
Nur die wenigsten indes wissen, daß die Frau neben einem Porsche-Fahrer in 67 von 100 Fällen die Ehefrau ist. Und daß weit mehr als die Hälfte Kinder haben.
Wieso fahren sie dann einen Porsche? Vielleicht, weil er geräumiger ist, als man auf Grund seiner aerodynamischen Karosserie vermutet. Fahrer und Beifahrer haben in den körpergerechten Einzelsitzen ungewöhnlich viel Bewegungsfreiheit. Und zudem können sie noch eine Menge hinter sich lassen: Auf den beiden Notsitzen ist genügend Platz für das Kind, für den Hund, oder, wenn die Rücklehnen heruntergeklappt werden, für das Reisegepäck, das während der Fahrt griffbereit sein soll.
Vielleicht kaufen sie sich den Porsche aber auch aus den Gründen, die ihn zum erfolgreichsten Sportwagen der Welt machen: Wegen seiner Hochleistungstechnik und seiner Zuverlässigkeit. Und weil er darüber hinaus so alltagstauglich ist, als sei er gar kein Sportwagen.”
Natürlich blieb man ehrlich:
“Freilich: Eine Familienlimousine ist der Porsche trotz allem nicht. Er ist vielmehr ein gutes Beispiel dafür, daß sich Familie und Sportwagen gut miteinander vereinbaren lassen.”
Auch der Komfort wurde betont, so titelte man zum Beispiel: “In einem Porsche fährt man bequemer als die meisten, die man überholt.”
Und der Inseratetext weist dann auf die Komfort-Vorzüge des 911ers hin:
“Keinen Autofahrer läßt es ganz kalt, wenn auf der Überholspur ein reinrassiger Sportwagen vorbeizieht.
Und manch einer malt sich aus. wie es wäre, wenn er diesem Wagen nicht nur mit den Blicken folgen könnte.
Aber dann tröstet er sich damit, daß sein eigenes Fahrzeug ja bestimmt besser gefedert, luxuriöser ausgestattet und leichter zu beherrschen ist als ein so schneller Schlitten.
Der Porsche beweist, daß auch dieser Trost oft nur Illusion ist.
Seine Einzelradaufhängung, die dadurch geringen ungefederten Massen und die vorbildlich abgestimmte Federungs- und Dämpfungs-Charakteristik geben ihm nicht nur überlegene Straßenlage, sondern auch einwandfreien Federungskomfort.
Seine Ausstattung reicht von den sportlich geformten Liegesitzen bis zur heizbaren Heckscheibe.
Und wie handlich, wendig und leicht er zu beherrschen ist, können zumindest die 95% aller Porsche-Fahrer bestätigen, die ihn ausschließlich im ganz alltäglichen Stadt- und Reiseverkehr einsetzen.
Daß der Porsche so viele andere Wagen hinter sich läßt, ist also nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit.”
Wiederum andere Werbesujets betonten zum Beispiel, dass ja nur 5 % der Porsche-Fahrer Rennfahrer seien, der grosse Rest aber Alltagsnutzer wie Du und ich.
Schön fotografiert und gestaltet waren sie alle, die damaligen Porsche-Werbungen und sie taten sicher das Ihrige dazu bei, dass der 911 bis heute einer der beliebtesten Sportwagen aller Zeiten geblieben ist.
Mehr Autowerbungen gibt es in unserer Bildermagie-Folge dazu zu sehen.


























