Ein besonderer Jensen Interceptor wird geboren

Bruno von Rotz
21.02.2013

Jensen Interceptor von 1969

In einer Bar-Runde entstand 1968 die Idee, einen ganz besonderen Jensen Interceptor bauen zu lassen und Schritt für Schritt zu verfolgen. Der Wagen wurde “Topic Jensen” (frei übersetzt Thema-Jensen, der der Name rührte vom Firmenname “Topic” her) genannt.

John B. Ball, der CEO und Motorfahrzeug-Korrespondent, stand hinter dem £ 5’000-Projekt und er wählte auch gleich eine neue Farbe, die es vorher nicht gab im Jensen-Programm: “Topic Red”.
Als Journalist beschrieb Ball natürlich auch den ganzen Produktionsprozess und Jensen nutzte das Material in einer Broschüre “A Car is Born” (Ein Auto wird geboren).

Jensen Interceptor im Bau

Rund 10 Wochen vergingen damals für den Bau eines Jensen Interceptor. Das Fahrgestell war in rund 44 Stunden erstellt. Dann wurde die Karosserie aus gepresstem und zusammengeschweisstem Stahlblech darüber gestülpt, so gelangte der “Wagen” zur Lackierabteilung. Die Farbe, ein dunkles Métallic-Rot, musste zuerst in wochenlanger Arbeit entwickelt werden. Sie zeigte einen phosphoreszierenden Effekt, änderte also das Aussehen je nach Lichteinfall. Das Dach, das im Kontrast zum Rest des Fahrzeuges silberfarbig sein sollte, wurde nach dem Auftragen des Primers und Oberflächenvorbereitungen zuerst gespritzt und dann abgedeckt, so dass nachher der Rest des Wagens seine rote Farbe erhalten konnte. Die Farbschichten wurden dabei aufgetragen, während die untere noch nass war.

Der lackierte Jensen Interceptor

Der fertig lackierte Wagen wurde danach in der “fitting line” schrittweise omplettiert, was noch einmal 100 Stunden dauerte. Spät im Produktionsprozess wurde dann der V8-Motor von Chrysler im Bug des Wagens versenkt.

Nach der Fertigstellung des Topic-Jensen wurde der Wagen 150 Meilen weit gefahren und in allen Funktionen überprüft. Selbst ein Wasserbad blieb ihm nicht erspart, um sicherzustellen, dass der Luxus-GT bei Regen kein Wasser hereinliess.

Nach der ausführlichen Testfahrt wurden die noch fehlenden Teile eingebaut, so zum Beispiele die Ledersitze. Als Extra liess sich Ball ein “Slot Sereo”-Kassettengerät installieren, ansonsten war die Grundausstattung schon komplett, inklusive Britax-Gurten, elektrische Fensterheber und Heckscheibenheizung.

Schlussinspektionen beim Jensen Interceptor

Über die 10 Wochen war der Wagen durch 14 Inspektionen gegangen, Fehler waren sofort korrigiert worden von den “people who care”, also den Leuten, die sich dafür verantwortlich fühlen, ein besonderes Auto zu bauen. 400 davon gab es bei Jensen im Jahr 1968.

Natürlich ist die Broschüre "A car is born" im Zwischengas-Archiv zu finden. Und viele weitere Informationen, Bilder und Dokumente zum Jensen sind auf der Markenseite zu entdecken.

von ma******
27.01.2016 (15:48)
Antworten
Ich verstehe die Leute, sowas sollte es heute noch geben. Ich selbst fuhr ca. 10 Jahre einen FF welchen ich selbst importiert habe und ich Idiot habe ihn seinerzeit verkauft weil ich ein Wohnung gekauft habe! Wohnungen gibts jede Menge aber solche Autos gibt es nicht mehr, schade. Mark Winiker
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