Eine schwierige Zeit für Specials

Bruno von Rotz
19.02.2013

Devin Triumph mit Laird McKee 1959 auf dem Deer Park Track

Viele Renn- und Sportwagen-Fahrer bauten sich über die Zeit einen Special, oder liessen begabte Handwerker einen bauen. Als Komponenten wurde genommen, was verfügbar war. Selbsttragende Chassis dienten als Basis, Motoren und Aufhängungskomponenten wurden von Serien- oder Sportfahrzeugen übernommen. Die Karosserien wurden entweder selbst gedengelt oder sie kamen ab den Fünfzigerjahren von auf Kunststoff spezialisierten Herstellern wie Devin, LaDawri, Microplas oder Ashley.

Arciero Special im Film Roadracers von 1959

Ein Beispiel hierfür war der Acriero Special, den Frank Arciero 1958 auf dem Chassis eines Ferrari 375 MM (0362) unter Nutzung von Ferrari- und Jaguar-Aufhängungskomponenten aufbaute. Der Motor stammte aus einem Indy-500-Rennwagen und war ein potentes Maserati-DOHC-Aggregat mit acht Zylindern und 4,2 Litern Hubraum. Die Kunststoffkarosserie beschaffte sich Frank bei Sports Car Engineering für USD 345. Hier handelte es sich um die Mistral-Bauform, die von der englischen Firma Microplas entwickelt worden war.

Auf dem Arciero Special fuhr kein geringerer als Dan Gurney, neben Bob Bondurant, Bob Drake und anderen. Für 180 Meilen pro Stunde soll der Wagen gut gewesen sein und man konnte ihn sogar in Filmen (z.B. Roadracer von 1959) sehen.

Und wie steht es heute mit diesen Specials aus, vor allem, wenn sie vielleicht weniger prominent in Erscheinung getreten waren? Nun, die Komponenten wurden über die Zeit oftmals wertvoller als das ganze Auto. Für das Ferrari 375-MM-Chassis werden im Zweifelsfall Hunderttausende bezahlt, genauso für das Chassis eines Jaguar C-Typs oder eines anderen raren Sportwagens. So wurden denn viele dieser Specials später wieder “zurückgebaut” und nur wenige haben in ihrer “originalen” Form als Special überlebt. Und sollten sie überlebt haben, dann könnte ihnen bei der Zulassung durchaus ein Bein gestellt werden, weil diese Autos weder der FIA noch der FIVA gut bekannt sind und auch die Fahrzeugpapiere, wenn überhaupt vorhanden, geben wenig Hintergrund, wie denn das Fahrzeug tatsächlich ausgesehen haben mochte.

Umso schöner, wenn originale, einfach gebaute Specials mit den damaligen Kunststoff-Karosserien noch leben und gepflegt werden.

Über einen MG-Mistral-Special haben wir neulich einen Bericht veröffentlicht.

Und am Internationalen Kunststoff-Fahrzeug-Treffen “Fantastic Plastic” am 18. und 19. Mai 2013 sind sie alle willkommen ....

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