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Der 21. Porsche Carrera Abarth GTL, der keiner war

Marco Marinello - 08.04.2012

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Beschädigter Porsche 356 mit sehr spezieller Chassisnummer

Vor ein paar Jahren wurde ich von Jürgen Barth gebten, das Kapital zum Porsche 356 seiner neuen Ausgabe des Porsche-Buchs gegenzulesen. Wie bereits früher änderte ich die Produktionsmenge für den Porsche Abarth GTL von 21, die Barth notiert hatte, auf 20. Er rief mich sofort an und insistierte auf 21 gebauten Fahrzeugen, von denen er die Produktionseinträge hätte. Ich verteidigte mich, dass ich alle Chassis-Datensätze habe, die Porsche damals an Abarth ausgeliefert hatte und dass halt nur 20 ausgeliefert worden seien. Ich bat ihn, mir die Karteikarte der Nummer 1021 zuzustellen, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.

Porsche Carrera Abarth GTL von 1960 vor dem Firmengebäude von Abarth

Nachdem ich die Karteikarte genau geprüft hatte, war es klar für mich, dass dieses Fahrzeug sicher kein Abarth war, zumindest hatte ich noch nie von einem Abarth GTL mit Spritzdecke gehört. Der erste Besitzer, ein Herr Folker Rieflin, war mit einer “c/o”-Adresse aufgeführt, was für seltsam aussah, denn normalerweise konnte sich ja ein Porsche-Käufer sicher ein eigenes Heim leisten damals. Ich malte mir aus, dass dies vielleicht ein junge Porsche-Ingenieur war, der seine ersten praktischen Versuche gemacht hatte mit diesem Fahrzeug. So rief ich Jürgen Barth an und fragte ihn, ob ihm dieser Name irgendwie bekannt vorkäme. Er erinnerte sich vage an den Namen und wir waren uns einig, dass dies wohl ein Porsche-Mitarbeiter gewesen sein musste. Ich wandte mich als nächstes an Herbert Linge und dieser erinnerte sich tatsächlich an Herrn Rieflin, der als junger Ingenieur während drei oder vier Jahren bei Porsche in Stuttgart gearbeitet hatte und dann zu Porsche Amerika wechselte und später zu Volkswagen in den USA.

Ich tätigte einige Anrufe und hangelte mich durch meine Beziehungen in Wolfsburg und fand schliesslich Rieflins Telefonnummer in Michigan heraus. Noch am selben Tag hatte ich Folker Rieflin am Apparat und erfuhr die ganze Geschichte von Chassisnummer 1021.

Rieflin beendete sein Ingenieurstudium im Jahr 1959 und trat bei Porsche ein, um praktische Erfahrungen zu sammeln und weil es ein alter Traum war, für Porsche zu arbeiten. Er begann in der Motorenabteilung zu arbeiten und wurde schon bald dazu auserkoren, die Viernockenwellen-Motoren zusammenzubauen. Dies tat er, bis er Zuffenhausen verliess. Sein Vater war schon seit langem Porsche-Fahrer gewesen und beabsichtigte im Jahr 1960 einen neuen Wagen zu kaufen. Als er sich den neuen 356 B T5 betrachtet hatte, war er vom Design nicht begeistert und fragte seinen Sohn, ob denn nicht noch ein Cabriolet der Baureihe A käuflich zu erwerben wäre.

Unglücklicherweise waren alle diese Fahrzeuge verkauft worden, nur noch eine Ersatzkarosserie, die zwar bestellt aber nicht nicht verkauft worden war im August 1960, war noch vorrätig. Folker kaufte diesen Wagen und die Rennabteilung komplettierte den A-Cabriolet-Aufbau mit einen neuen B-Mechanik-Teil und einem Super-90-Motor. Gemäss dem Produktionseintrag erhielt dieser Porsche, der in Heron Grau gespritzt war, eine Vielzahl von Zusatzausstattungen wie Vollleder, Dunlop-Reifen, Nebellichter, Speedster-Schriftzüge, Uhr, Armlehnen, Sonnenblenden mit Makeup-Spiegel, Spritzdecke, Chrom-Räder, Steinschlagschutz für die Scheinwerfer, zwei Talbot-Spiegel, usw..

Typenschild mit eingeprägter Fahrgestellnummer

Da dieser “Zwitter” nicht mit der offiziellen Spezifikation für die Strassenzulassung übereinstimmte, war eine Einzelabnahme nötig. Weil gerade zu dieser Zeit die letzten Abarth GTL zugelassen wurden, nutzte Porsche einfach die nächste Chassis-Nummer, also 1021, für die Inverkehrssetzung dieses einmaligen A/B S90 Cabrios!

Im Jahr 1962 verunfallte sein Vater mit dem Auto und der Wagen gelangte in die Reparaturwerkstätte im Werk 1. Da die Kosten für die Wiederherstellung zu hoch gewesen wären, verkaufte Folker Rieflin den Porsche einem Angestellten dieser Reparaturabteilung. Dieser versetzte den Wagen in seiner Freizeit wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand und verkaufte das Auto weiter, eine übliche Verfahrensweise, um sich einen Zustupf zu verdienen.

Beschädigter Porsche 356 mit Chassisnummer 1021 und viel Reperaturaufwand

Rieflin hatte seither nie mehr von diesem Fahrzeug gehört und war sich auch nicht bewusst, dass der Wagen eine sehr spezielle Chassis-Nummer hatte. Er ist heute pensioniert und restauriert Vorkriegsamerikaner.

Einige Jahre später tauchte Chassis 1021 in den USA auf, es war nach dem Unfall auf 356 B T5 umgebaut worden. Man stelle sich einmal vor, dieser Wagen tauche bei einem Concours auf, die Jury würden wegen der seltsamen Chassisnummer wohl ausrasten und den guten Mann nach Hause senden ...

Copyright Farbfotos: Folker Rieflin

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