Bitte nicht rauchen!
Vor 30 Jahren wurde die Elise von Lotus vorgestellt und während ihrer Bauzeit gab es jede Menge Sondermodelle und Einzelstücke. Ich kann mich erinnern, dass ich in einem einzigen Jahr viermal nach Hethel gereist bin, um wieder eine neue Sonderversion oder eine limitierte Serie des Lotus-Bestsellers zu testen. Jean-Marc Gales, der damalige Lotus-CEO und ich sahen uns damit öfters: «Was, Du schon wieder?» war mal seine Begrüssung, worauf ich mit: «Was, ihr schon wieder?» geantwortet habe.
Natürlich bin ich gern hingefahren, nun gut, zunächst mit dem Flieger nach Heathrow geflogen, danach wurde ich jeweils von einem Chauffeur mit Limousine abgeholt und nach Norfolk gefahren. Dabei hat man allerlei interessande Dinge erfahren, etwa dass der Lotus-CEO angeblich (Quelle: besagter Chauffeur) eine Weile hat zu Fuss gehen müssen oder eben sich chauffieren lassen, weil er es mit «Testfahren» seiner eigenen Produkte etwas gar zu wild angegangen sei und den Führerschein habe abgeben müssen. Oder eben, dass man ja mal bei Lotus ein Auto aus Hanf gemacht hätte. Dabei fragte ich damals noch scherzhaft, was damit passiert sei, ob man es seither geraucht habe?
Ob es das Auto noch gibt, darum habe ich mich seit damals nicht gekümmert. Ich gehe davon aus: Ja, es existiert noch. Natürlich ging es damals, also im Jahr 2008 darum, nachhaltige Materialien zu testen, mit denen man eben ein Auto auch noch bauen könnte. Die Hanf-Elise war unter diesen Beispielen aus der Autoindustrie ganz bestimmt eines der lustvolleren Experimente. Und sie ist sicher nicht das einzige Auto aus Naturfasern – oder besser: Mit Naturfasern. Da steckte ja auch Baumwolle in der Duroplast-Beplankung des Trabanten. Mehr nach High-Tech sehen die Anbauteile des Porsche Cayman 718 GT4 CS oder für BMW-Rennwagen von der Firma bcomp aus. Sie bestehen aus Flachsfasern, die Struktur des fertigen Verbundwerkstoffs gleicht aber dem Gewebe-Look von Kohlefasern. Nachwachsende Autos sozusagen. Mhhm: Hanf, Flachs... ja, richtig! Leinen ist das Trägermaterial von Rexine, der Spannhaut – einer frühen Form des Kunstleders – mit der Weymann-Patent-Karosserien bezogen wurden. Es ist also gar nicht so abwegig, dass in einem Automobil egal welchen Alters irgendwelche zerstossenen, aufgekochten oder sonstwie – gekämmten? – Pflanzenfasern zu finden sind. Wirklich gewachsen und nach einem recht kurzen Bearbeitunsprozess verwendet, war wohl auch das Weidenrohr mit dem man einige Renn-Hanomag der 1920er-Jahre karossiert hat, oder besser ausgedrückt: Eingeflochten!

























