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Hitzekollaps

Daniel Reinhard - 04.08.2020

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Die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage sind nicht nur für menschliche Kreisläufe immer wieder ein Problem sondern auch für Motoren, die dann oft ihr kochend heisses Wasser nicht mehr halten können und es in die Natur pusten, vor allem dann, wenn dem System keine Zeit zur Abkühlung gegeben wird.

Kochendes Wasser im Oldtimer Motor

Viele Oldtimerbesitzer pflegen eine Hassliebe zu den heissen Sommertagen, weil sie dann auf ihrer Ausfahrt immer in Sorge sind, dass das Auto, besser dessen Motor, „zu kochen“ beginnen könnte. Das muss aber nicht sein, denn die meisten Kühlsysteme, besonders der Nachkriegs-Oldtimer, sind durchaus in der Lage, im normalen Alltagsverkehr für ausreichend Kühlung zu sorgen.

Kochendes Wasser im Oldtimer

Sollte das aber nicht mehr der Fall sein und der Wagen schon bei kurzem Stau, oder einer Bergauffahrt zu heiss wird, liegt das meist an einem Defekt oder ganz allgemein daran, dass das Kühlsystem im Lauf der Jahre an Wirkungsgrad und damit an Kühlfähigkeit verloren hat.

Bei einem wassergekühlten Motor zirkuliert die Kühlflüssigkeit anhand von Wasserkanälen durch den Motorblock und Zylinderkopf und wird dann durch den angehängten Kühler geschickt. Hier wird die Kühlflüssigkeit durch Fahrtwind und Lüfter wieder so abgekühlt, dass der Motor möglichst im Bereich der optimalen Betriebstemperatur von 80 Grad Celsius arbeiten kann.

Bei Nachkriegsfahrzeugen wird die Flüssigkeitszirkulation durch die Wasserpumpe sichergestellt, die sie in Abhängigkeit der Motordrehzahl mehr oder weniger schnell zirkulieren lässt. Ausserdem sorgt der Thermostat dafür, dass die Kühlflüssigkeit erst bei Erreichen einer bestimmten Temperatur durch den Kühler fliessen kann, so wird sichergestellt, dass der Motor schnellstmöglich seine Betriebstemperatur erreicht.

10 Punkte, die zum Kollaps führen können

  1. Das Kühlsystem hat zu wenig Flüssigkeit.
  2. Der Thermostat ist defekt und öffnet den Kühlkreislauf entweder zum falschen Zeitpunkt oder gar nicht mehr. Überprüfen Sie den Thermostat.
  3. Ist Luft im Kühlsystem, bitte entlüften.
  4. Der Keilriemen, der Wasserpumpe und Lüfter antreibt, ist locker, Pumpe und Lüfter laufen langsamer, oft quietscht der Keilriemen bei Drehzahländerungen.
  5. Wenn ein Viskolüfter nicht mitläuft, ist wahrscheinlich die Viskokupplung defekt, und ein neuer Lüfter wird fällig.
  6. Steht ein Elektrolüfter bei heissem Motor still, ist der Thermoschalter defekt, eine Sicherung durchgebrannt oder selten der Lüftermotor selbst defekt.
  7. Dreck im Kühlernetz behindert eine optimale Kühlung. Reinigen Sie das Netz vorsichtig, am besten mit Druckluft von hinten nach vorne, also entgegen der Richtung des Fahrtwindes. 
  8. Kühlsystem auf Undichtigkeit prüfen. Sind alle Schläuche und Brieden wirklich dicht? 
  9. Ein banaler Grund für ein Hitzeproblem kann auch am äusseren Kühlergrill liegen. Ist dieser mit Clubabzeichen, Zusatzscheinwerfern und ähnlichem Zubehör verziert, so wird der Einlassbereich für Luft drastisch verkleinert: der Kühler selbst bekommt nicht mehr genug Fahrtwind.
  10. Ein Hitzeproblem kann aber auch durch eine falsch eingestellte Zündung,  oder zu mager eingestellten Vergasern entstehen. Ein falscher Zündzeitpunkt oder zu mageres Gemisch kann Löcher in die Kolben brennen.

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Neueste Kommentare

 
 
Strich 8:
14.08.2020 (10:43)
Ergänzung zu den 10 Punkten:

Gründe, dass ein Kühlsystem im Lauf der Jahre an Wirkungsgrad und somit an Kühlfähigkeit verliert.
Auftreten von großflächigen Ablagerungen durch Kalk und Rost auf der Innenfläche der Wände von Schläuchen und Wärmetauscherrohren. Dies führt zu einer geringen Wärmeleitfähigkeit und einer Verringerung des Volumenstroms. Spülen des Kühlsystems ist deshalb unverzichtbar.
Fremdkörper, die in den Kühlkreislauf gelangen, können filigrane Kanäle im Motor sowie im Kühler zusetzen, wodurch die Zirkulationsleistung des Kühlmittels weiter sinkt.
Durch ein Leck am Kühlsystem verliert das Fahrzeug Kühlflüssigkeit. Ursachen sind neben undichten Schläuchen und Schlauchschellen auch eine Undichtigkeit der Kühlmittelpumpe, ein Riss im Kühler oder eine Leckage im Motor.
Die Kühllamellen des Kühlernetzes können beschädigt sein bzw. nicht mehr fest mit den zwischen den Lamellen sichtbaren Kühlrohren verbunden sein, häufig lösen sich hier die Lötstellen.
Eine defekte Zylinderkopfdichtung. Wenn am Ölmessstab Wassertropfen zu sehen sind oder im Kühlwasser ölige Tropfen oder schleimige Ablagerungen auftreten, kann dies ein Hinweis auf eine defekte Zylinderkopfdichtung sein.
Reines Wasser kühlt schlechter als die korrekte Wasser-Frostschutz-Mischung, vor allem ist Frostschutz auch Rostschutz.
Hat der im Motorblock eingebaute Thermostat die richtige Öffnungstemperatur? Die Öffnungstemperatur ist bei Thermostaten im Gehäuse eingeprägt.
Kann der Überdruck-Verschlussdeckel den für das Fahrzeug vorgeschriebenen Druck aufbauen? Kühlerverschlüsse haben eine Zahl, oft 15 bis 20 psi oder 120 bis 140 kPa, eingeprägt, die aussagt, wie hoch der Druck im System ist. Je höher der Druck, desto höher der Siedepunkt von Wasser.
Kühlmittel mit Silikaten können im Wärmetauscher Gelablagerungen bilden.
Die unzureichende oder falsche Verwendung von Kühlmittelzusatz bieten bei hohen Temperaturen und Druckunterschieden ideale Bedingungen für Kalkablagerungen, Korrosion und Kavitation im Kühlsystem. In altem Kühlwasser können sich Dampfbläschen bilden. Wenn diese schlagartig in sich zusammenfallen, sind durch die Implosionen Beschädigungen an Kühler und Wasserpumpe (Schaufelrad) möglich. Dies kann zur Verringerung des Fördervolumenstroms und zu Kavitation (Lochfraß) im Kühlsystem führen.
ma******:
11.08.2020 (22:23)
Und dann gab es in den 70-er und 80-er z.B. auch noch den Reliant Scimitar 3.0 Lt. V6 der nebst andern Fehlkonstruktionen viel zu kleine Kühlluftöffnungen besass und auch in der Stadt im Sommer problemlos zu heiss haben konnte. Zudem führte das Auspuffrohr zu nahe am Anlasser vorbei, sodass dieser nach einer kleineren Bergfahrt oft streikte. Also immer den Wagen (4-Gang mit Overdrive) talwärts parkieren zum Anrollen lassen und baldmöglichst wieder wenden! Die ca. 136 PS reichten jedoch für einen Gentlemanfahrer ohne Frage.
frey.m@bluewin.ch
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