Techno Classica unter Strom

Bruno von Rotz
07.04.2017

VW Elektro-Golf I von 1976

Das Elektroauto ist ja im Neuwagensegment nachwievor das Thema, wo alle hinzielen, da lag es wohl nahe, dass Volkswagen seine Kompetenz in diesem Bereiche auch in einer kleinen Sonderschau präsentierte. Und schliesslich gibt es da auch einiges zu zeigen, drei Exponate sollen die Pionierleistungen und gemachten Fortschritte präsentieren.

Ganz grün steht da der Elektro-Golf 1 von 1976, der sich von aussen eigentlich ziemlich serienmässig gibt.

Interieur des VW Elektro-Golf I von 1976

Selbst der Innenraum wirkt kaum verändert, wenn man einmal von den Zusatzinstrumenten, die eher nach Elektrogrosshandel aussehen, in der Mitte des Armaturenbretts absieht.

Motorraum des VW Elektro-Golf I von 1976

Im Motorraum wurden der gewaltige Elektromotor, der allerdings gerade einmal 27 PS abgab, und die Leistungselektronik, die heute fehlt, untergebracht. Für 80 km/h Spitze reichte es trotzdem

Batteriefach des VW Elektro-Golf I von 1976

Und die Batterien? Die versorgte man in einer praktischen Schublade im Heck unter dem Kofferraum. Allzuviele Bleiakkus hatten da aber nicht Platz, die Reichweite des Einzelstücks betrug denn auch nur 50 km. Das kann heute ein VW Passat GTE Hybrid, bei dem die Elektrik eigentlich nur für den Nebenantrieb zuständig ist. Da die Akkus im ausgestellten Golf fehlen, steht er hinten ziemlich hoch. Und weil er wenig gehätschelt wurde, rostet der frühe Golf wie auch seine Artgenossen ein bisschen, z.B. an den Türfalzen. Das macht ihn nur noch sympathischer.

In Serie, wenn auch in eine kleine, ging dann dafür der Golf II City-Stromer Mitte der Achtzigerjahre. 70 Mal wurde er gebaut. Sein Motor leistete bereits 31 PS, die Leistungselektronik kam von ABB.

VW Golf II City-Stromer von 1986

Die Batterien des alltagstauglichen Fahrzeugs reichten für 60 km Reichweite. Einer dieser Golfe schaffte es sogar in den Rennsport, wo er bei Fahrten gegen die damalige Elektrokonkurrenz für Furore sorgte. Rennfahrer Hagen Arlt hatte mit klassischen Renntuning-Tricks (z.B. Kunststoffteile, Fahrwerksoptimierungen, usw.) dafür gesorgt, dass sein Golf immer weit vorne stand.

VW Nils von 2011

Als letzter Elektrovertreter - den ersten Elektro-VW, einen Transporter von 1972 hat man leider nicht mitgebracht, genauso wenig wie viele der anderen älteren und neueren Einzelstücke und Kleinserienfahrzeuge - wird der VW Nils, eine Art Kabinenroller mit Elektroantrieb gezeigt, der kaum weniger Interesse hervorruft wie seine älteren Artgenossen. Lesenswert ist übrigens die kleine Broschüre, die Volkswagen zur kleinen Sonderausstellung redigiert hat.

Doch das ist dann noch lange nicht alles, was man über Elektromobilität an der Techno Classica lernen und bewundern kann. Eine Sonderschau im Eingangsbereich zeigt den Detroit Electric von 1915 und erklärt die Beginn des Elektromotors im Auto.

Detroit Electric von 1915

Diese Antriebsform war bekanntlich in der Anfangszeit des Automobils ein harter Konkurrent zum Benzin- oder Dampfantrieb und überzeugte vor allem durch die einfache Wartbarkeit und Bedienung. Nicht umsonst besass sogar die Ehefrau von Henry Ford einen Detroit Electric.

Immer noch nicht fertig, denn auch bei den Clubs gibt es Elektromobile zu entdecken, etwa in Form des Fiat Panda Elettra von 1991, der ebenfalls in Serie gebaut wurde.

Fiat Panda Elettra von 1991

Den originellsten Beitrag zum Thema Elektroautos aber liess man sich mit einem Seat 800 von 1965, der mit Elektro-Nachrüstset präsentiert wird, das ihn zum solarbetriebenen Elektromobil macht.

Seat 800 von 1965 - als Solarauto-Bausatz

Die Techno Classica ist noch bis Sonntag, den 9. April 2017 offen. Neben den elektrischen Autos hat es natürlich noch ein paar Tausend mit Benzin und einige wenige mit Diesel betriebene …

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