Kartontüren
Ein Kollege nannte sie vor einiger Zeit Kartontüren, die seitlichen Türe der Kompaktfahrzeuge der Siebziger- und Achtzigerjahre. Wer sich in einen VW Golf der ersten Generation oder einen Peugeot 205 setzt und die Türe zuschlägt, weiss, was gemeint ist.
Die damaligen Autotüren waren nicht nur viel dünner, so dass mehr Innenraumbreite für die Passagiere blieb, sondern auch deutlich leichter als die Tresoröffnungen, die im modernen Auto eingebaut werden.
Dies hat heute sowohl Sicherheits-, als auch Komfortgründe. Schliesslich müssen in der modernen Autotüre mehrere Elektromotoren (für Scheibenheber, Seitenspiegel, Zentralverriegelung), fette Lautsprecher für das Musikerlebnis und gleichzeitig massive Verstrebungen für den Seitenaufprallschutz untergebracht werden. Zudem sind die heutigen Autofahrer lärmempfindlicher, also werden mehr Isolationsmaterial und dickere Scheiben benötigt. Dass eine derartig gewichtige Türe dann auch kräftiger ins Schloss fällt, ist selbstverständlich.
Die dünnen Türen, wie sie die Autos vor 30 oder 40 Jahren spazieren führten, mussten daher oftmals richtig zugeworfen werden, damit sie auch richtig schlossen, und selbst dann war man sich noch nicht sicher, ob sie nun wirklich komplett zu war. Und montierte man dann noch Lautsprecher in den dünnen Innenverkleidungen, dann konnten die durchaus mal rausfallen, wenn man es beim Türen schliessen etwas gar zu toll trieb ...

































