Drei Sitze in der Vorderreihe
Eigentlich ist es eine gute Sache, denn alle wollen ja immer vorne sitzen. Mit drei Sitzen in der ersten Reihe ist man sicherlich der König und hat es wohl auch als Vater von zwei Kindern wesentlich einfacher. Und es gab sie immer wieder, die drei Vordersitze. Bei den Amerikanern und auch einigen Europäern in den Fünfziger- und Sechzigerjahren war eine breite Sitzbank vorne ideal dafür geeignet, auch einmal drei statt nur zwei Passagiere aufzunehmen, nicht ohne Grund montierte man dann auch den Schalthebel meist am Lenkrad oder baute gar Tasten für die Gangwahl ein.
Aber es gab auch andere Versuche, etwa den Ferrari 365 P von 1966, einen Prototypen mit Mittellenkung und zwei Passagiersitzen links und rechts vom Piloten.
Gleich konfiguriert gab es den McLaren F1 der Neunzigerjahre, der er immerhin zu einer kleinen Serienproduktion schaffte.
Deutlich erfolgreicher war das Dreisitzkonzept beim französischen Autoproduzenten Matra. Sowohl der Matra-Simca Bagheera als auch der Talbot Matra Murena hatten als Mittelmotorwagen drei Sitze nebeneinander, in diesem Falle war das Lenkrad ganz normal aussen angeordnet, ein Passagier musste also in die Mitte kraxeln.
Und in der Neuzeit? Da gibt es zwei weniger sportliche, aber bei den Fans trotzdem beliebtes Dreisitzkonzept beim Fiat Multipla (Bild oben) der ersten Generation und beim Honda FR-V. In beiden Fällen handelt sich sich um schachtelförmige Autos, die ein möglichst grosses Platzangebot bieten sollten und bei denen Ästhetik nicht die erste Priorität hatte.
Seither ist das Drei-Sitz-Vorne-Konzept (zumindest für normale Personenwagen, nutzfahrzeugähnliche Autos ausgenommen) in Vergessenheit geraten. Breitere Türen wegen Sicherheitsauflagen machen die Gestaltung schwieriger und wenn häufig - wegen des unbequemen Zustiegs zum Mittelsitz - nur zwei Sitze genutzt werden, macht der Kompromiss wegen der Enge für die anderen beiden Sitze auch nicht so viel Sinn. Einen Sportwagen mit drei Frontsitzen werden wir wohl auch nicht mehr zu sehen kriegen. Wobei, man soll nie nie sagen ...


























