Als Lenkradarbeit noch anstrengend war
Wenn man heutzutage Autolenker beobachtet, dann fällt auf, dass viele, die in ihren neuzeitlichen Automobilen sitzen, die Richtung locker mit einer Hand oder gar zwei Fingern steuern, während die andere Hand den Schalthebel hält, das Navigationssystem bedient oder gar ein SMS schreibt.
Derartige Verrichtungen wären vor 50 und mehr Jahren undenkbar gewesen, denn kaum ein Auto war damals mit einer Servolenkung ausgerüstet und die Strassen waren oft in einem deutlich schlechteren Zustand.
Meist benötigte man beide Hände, um den Wagen auf Kurs zu halten und wenn eine Hand für ein Schaltmanöver benötigt wurde, musste die andere umso fester zupacken. Kein Wunder auch, wiesen oft gerade die Lastwagenfahrer dicke Oberarme auf, denn je mehr Gewicht auf der Achse lastete, um so schwerer die Lenkarbeit.
Die erste Servolenkung wurde bereits 1926 von Francis W. Davis für Pierce Arrow gebaut, es sollte aber noch bis 1951 dauern, bis man im Serienautobau in den Genuss dieser Fahrerleichterung kommen sollte.
Die Amerikaner waren Vorreiter bei der Einführung, aber noch in den Siebzigerjahren war es keineswegs alltäglich, dass man in Europa eine Servolenkung eingebaut hatte. Bei Sportwagenfahrern blieb die Servolenkung für lange Zeit verpönt, weil sie dem Fahrgefühl und dem Kontakt zur Strasse abträglich war.
Heute gibt es kaum mehr Fahrzeuge, die ohne die Lenkhilfe auskommen und die meisten Hersteller sind von hydraulischen zu elektrischen Lenkunterstützungen übergegangen.
Umso erstaunter sind wir dann, wenn wir in ein achtzigjähriges Fahrzeug steigen, das mit echter Muskelkraft um die Ecken bewegt werden muss.

































