Das analoge Auto ist (bald) Geschichte
Es ist gar nicht so einfach zu definieren, was ein “analoges” Auto ausmacht. Bereits mit der Einführung des ABS wurde die Grenze zum digitalen Auto geritzt, ähnliches gilt für Motorsteuerungen. Mit dem elektronische Gaspedal, z.B. beim Honda NSX ab 1995, wurde auch der Gasfuss von der Drosselklappensteuerung entkoppelt. Mit dem Automatikgetriebe hat auch der Hebel auf der Mittelkonsole nichts mehr mit analoger Mechanik verloren. Die letzte Bastion war eigentlich das Lenkrad, das immer noch via Lenksäule und Mechanik mit den Rädern verbunden war. Selbst wenn die Lenkung hydraulisch oder auch elektrisch unterstützt war (und die eigenen Lenkbewegungen vielleicht sogar übersteuert wurden), so konnte man immer noch direkt auf die Radstellung einwirken. Doch auch dies ist nun Geschichte, denn Autos wie der neue Lexus RZ 450 e offerieren “Steer by Wire”, was bedeutet, dass die Radstellung ausschliesslich durch Elektromotoren gewählt wird, welche wieder durch einen Computer gesteuert werden, der seine Richtungsinputs von einem Lenkrad (oder schon bald von Joysticks?) ohne Lenksäule erhält.
Oldtimer-Enthusiasten sprechen ja gerne vom analogen Fahrgefühl früherer Autos und der MG TC ist dafür sicherlich ein gutes Beispiel, aber auch noch in der jüngeren Vergangenheit wurden weitgehend analoge Autos gebaut wie ein Lotus Elise, ein TVR Griffith (Bild oben) oder ein Caterham. Die Fans sind davon überzeugt, dass Computer nie in der Lage sein werden, ein ähnlich realistisches Feedback zu vermitteln wie diese “richtig analogen” Autos. Aber man muss damit natürlich auch umgehen können, denn wenn ABS oder elektronisches Gaspedal fehlen, dann muss der Fuss eben feinfühliger agieren … und das können viele moderne Autofahrer gar nicht mehr …


























