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Das traurige Ende des "Pfeifferschen Motorradfiebers" (Nachruf)

Daniel Reinhard
03.05.2022

Chris Pfeiffer bei einer Show

Hätte er seine Stunts mit Autos gemacht, wäre er wohl auf dem linken Hinterrad den Klausenpass hoch und später auf dem rechten Vorderrad wieder runter gefahren. Er war weltweit einer der zwei, drei allerbesten Artisten auf zwei Rädern. Er hat alles gewonnen, was er gewinnen konnte und gewinnen wollte. So wurde er viermal Stunt-Riding-Europameister und viermal -Weltmeister und gewann ebenfalls viermal das Erzberg-Rodeo. Er trat in 94 Ländern mit seiner eigenen Show auf. Fünf BMW F 800 R waren jahrelang – in Kisten verpackt – gleichzeitig unterwegs, um zu Showbeginn irgendwo auf diesem Planeten für ihn bereit zu stehen.

Eigentlich sind wir bei "zwischengas" für die vierrädrige Sparte zuständig, doch gibt es da immer wieder Überschneidungen. So auch hier mit Christian "Chris" Pfeiffer; einer jener Personen, die man sofort ins Herz schloss. Chris war einer der ganz Guten, einfach und bodenständig, aber trotzdem extrem cool. Man hatte bereits nach fünf Minuten das Gefühl, dass man einander schon seit frühestem Kindesalter kennt.

Häufig traf man ihn auch im Pit-Lane-Park – einer Idee von BMW, um vor einem Formel-1-Wochenende in den naheliegenden Städten auf das bevorstehende Rennen aufmerksam zu machen. Ein Tourenwagen, ein Formel-BMW-Wagen, sowie ein Formel-1-Wagen boten im Zwei-bis-drei-Stundentakt eine Gratis-Show für Touristen und Einwohner. Da BMW bekanntlich nicht nur Autos baut, sondern auch Motorräder, war auch Chris Pfeiffer meist mit von der Partie und zog die immer und überall, bei Tag und bei Nacht zahlreich erscheinenden Zuschauer mit seiner genialen Motorradartistik in seinen Bann.

Zwischen den Aktionen war für uns immer genug Zeit für ein gemeinsames Plauderstündchen. Wir alle – egal ob Robert Kubica, Nick Heidfeld, Sebastian Vettel, Timo Glock, oder Christian Klien – warteten gemeinsam mit Chris Pfeiffer auf die nächste Aufführung und hatten dabei unglaublich viel Spass. Ich erinnere mich, dass ich mich von Grand-Prix zu Grand-Prix freute, "meinen neuen Freund" Chris wieder zu treffen.

Ab und an erinnerte ich mich wieder an ihn und wollte ihm unbedingt endlich 'mal im Allgäu einen Besuch abstatten. Leider kommt es nun nicht mehr dazu, denn die traurige Nachricht, dass er – von schweren Depressionen getrieben – am 12. März im Alter von nur 51 Jahren den Freitod gewählt hat, macht alles zunichte. Einmal mehr hat uns ein ganz toller Mensch aus eigenem Willen verlassen, und wir alle bleiben fassungslos zurück.

Chris Pfeiffer bei einer Show

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