“Nomen” ist nicht immer “Omen” - zweimal Mercedes-Benz 300 SL
Als Mercedes den bereits leicht angegrauten R107 (als Mercedes-Benz 350 SL ab 1971 gebaut, Baureihe später mit 280 SL und 450 SL ergänzt) im Jahre 1985 modellpflegte und das Einstiegsmodell 300 SL nannte, ging ein Raunen durch die Klassikerszene. Für manchen tönte es fast nach Blasphemie, dieses sicherheitsorientierte Siebzigerjahre-Komfortcabriolet mit dem Namen des berühmten Flügeltürers und Sportwagens der Fünfzigerjahre zu krönen, andere sahen es einfach als raffinierte Marketingstrategie.
In Wahrheit war es aber simple Logik, denn der neue Motor hatte nun halt einfach drei Liter Hubraum. Wobei, man hätte ihn vielleicht damals schon auf 3,2-Liter erweitern können, um dem sagenumwobenen Namen aus dem Weg gehen zu können. Der Name trug mit Sicherheit zum Erfolg des neuen 300 SL bei und heute erreichen gepflegte Dreiliter oftmals höhere Wiederverkaufswerte, als die ursprünglich teureren Achtzylinder. Dass der Dreiliter dazu auch noch als einziger SL seiner Zeit mit manuellem Fünfganggetriebe erhältlich war und damit noch ein wenig mehr Sportwagen und SL (= super leicht) als die übrigen Cabriolets, macht den “Kleinen” noch sympathischer.
Und, man muss sagen, so schlecht macht er sich neben seinem “Grossvater” auch gar nicht. Das Bild zeigt die beiden 300 SL friedlich beieinander, der alte vorne (hier ein Modell von 1960), der Nachkomme hinten (Modell 1987).

































