eFuel ist immer noch eine Option, gerade für Klassiker

Bruno von Rotz
23.07.2022

Aston Martin DB6 im Emil Frey Classics Showroom Utoquai 55 in Zürich (© Bruno von Rotz)

Nach einem ersten "Hype" um synthetische Treibstoffe oder sogenannte "eFuels" wird das Thema jetzt fast totgeschwiegen, vor allem weil die EU diese Brennstoffe, die ja durchaus ökologisch erzeugt werden können, nicht als Alternative für die batterie-elektrische Mobilität gelten lassen will. Schliesslich hat man ja für 2035 das Ende des Verbrennungsmotors im Neuwagen eingeläutet. Allerdings muss gesagt werden, dass selbst wenn sich der Absatz von Elektroautos vervielfacht und die Leute früh umsteigen, immer noch zwei Drittel der Autos vermutlich mit Viertaktern ausgerüstet sein werden. Und nicht zuletzt darum beschäftigen sich grosse Konzerne wie Aramco – immerhin vor Apple der wertvollste Konzern auf Erden – weiterhin intensiv mit synthetischen Treibstoffen.

Matthias Braun

Matthias Braun, der unter anderem Aramco unterstützt, informierte anlässlich der offiziellen Eröffnung der Emil-Frey-Classics-Niederlassung am Utoquai 55 in Zürich über den aktuellen Stand und gab sich optimistisch, dass eFuel durchaus eine Alternative für die Zukunft sein könne. Er nannte einen mittelfristigen Produktionspreis von rund 80 Eurocents pro Liter, der sich bei der Grossproduktion erzielen lasse. Er verschwieg auch nicht, dass die Gesamteffizienz der Erzeugung rein rechnerisch nicht gut sei, ergänzte aber, dass die Herstellung, wenn nur mittels Sonnen- und Windenergie betrieben, durchaus ökologisch sei. Der grosse Vorteil des eFuels ist bekanntlich, dass er nicht nur über bestehende Verkehrswege und -mittel transportiert werden kann, sondern dass auch eine Infrastruktur zur Verteilung weitergenutzt werden kann, nämlich die Tankstelle. Und Verbrennungsmotoren haben keine Mühe, eFuel in Leistung umzusetzen.

Für unsere alten Autos dürfte eFuel zudem zweifelsfrei die bessere und ökologischere Alternative zur Elektrifizierung sein, denn die Herstellung des Batteriesatzes wird sich über die geringe Fahrstrecke, die ein altes Auto zurücklegt, vermutlich nie amortisieren lasen.

Alleine für die Klassiker lohne sich aber die Skalierung der eFuel-Herstellung kaum, meinte Braun, relevant sei das Neuwagengeschäft und da müsse man nun vor grossen Investitionen abwarten, wie sich die Regulierung durch Staaten und Staatengemeinschaften entwickle.

Die Formel 1 soll schon bald mit eFuel fahren. Offensichtlich ist auch ein Projekt im Gange, in der Schweiz den Motorsport an den Bergrennen mit synthetischem Treibstoff zu betreiben. Die Chancen stehen insgesamt vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir dereinst auch eFuel für unsere Klassiker tanken können.

Emil Frey Classics Showroom Utoquai 55 (© EFC)

Zu sagen wäre noch, dass die neue Niederlassung von Emil Frey Classics am Utoquai 55 in Zürich jederzeit einen Besuch wert ist, nicht nur wegen der schönen klassischen Aston-Martin- und Jaguar-Sportwagen, sondern auch, weil man da einen Cappuccino oder Espresso trinken kann an der Bar, während man über die schönen Autos von damals philosophiert.

Blick in den Emil Frey Classics Showroom Utoquai 55 (© Bruno von Rotz)

Zudem kann man in der neuen Niederlassung fast sämtliche Dienstleistungen für seinen Klassiker in Anspruch nehmen, für die man bisher nach Safenwil fahren musste – ein gewichtiges Argument für die anspruchsvolle und auch numerisch wichtige Zürcher Klientel, wie Emil-Frey-Classics-Leiter Hannes Gautschi erklärte.

Hannes Gautschi

Zudem ist gerade die neue Niederlassung in Zürich symbolisch für die Firmenwerte, die Lorenz Frey, der in dritter Generation im Unternehmen Emil Frey arbeitet, erklärte.

Lorenz Frey

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