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Kennen Sie Teilhol?

Paul Krüger
15.06.2022

Teilhol Tangara

Auch wenn nicht namentlich, so kennen Sie höchstwahrscheinlich mindestens ein Produkt aus der 1958 von Raoul Teilhol gegründeten Firma, die sich "Tejoll" spricht und zunächst unter dem Namen Ateliers de Construction du Livradois (ACL) firmierte. Dort entstanden nämlich zwischen Frühjahr 1970 und Herbst 1986 die "Rodéo" genannten Strandwagen auf Basis der Renault-Typen 4, 6 und 5, bis Renault den Auftrag für die Kunststoff-Cabrios wegen stetig sinkender Verkäufe schliesslich zurückzog. Bei Teilhol ging man recht pragmatisch damit um. Und so baute man ab 1987 statt des Konkurrenten eben den Nachfolger des Citroën Méhari.

Der Teilhol Tangara – benannt nach einer südamerikanischen Vogelgattung – basierte auf dem technischen Rückgrat des Citroën 2CV 6 und debütierte im März 1987 auf dem Genfer Salon. In Frankreich kostete der Plastik-Buggy mit dem Jeep-Gesicht 53'049,78 Francs inklusive Steuern, aber ohne Faltverdeck, Hardtop und sogar Radkappen. Auch die Option Allradantrieb stand 1987 bereits in der Preisliste. Allerdings waren nur 47 Käufer bereit, die zusätzlichen 23'720 Francs dafür auszugeben.

Teilhol Tangara

In der Bundesrepublik Deutschland war er über Importeur Michael Granow ab 1988 für 16'000 Mark zu haben. In die Schweiz kam der Tangara nie. Denn bevor sich ein Importeur fand, durfte die katalysatorlose Basis hierzulande nicht mehr verkauft werden. Die Lösung hätte im März 1990 auf dem Genfer Salon gestanden: der Tangara 1100 auf Basis des Citroën AX 11 TRE mitsamt dessen abgasgereinigtem 54-PS-Vierzylinder. Doch wieder kam etwas dazwischen. Teilhol war zahlungsunfähig, und das Handelsgericht Clermont-Ferrand ordnete im Mai 1990 die Liqudation an.

So entstanden gerade einmal 63 Stück des Tangara 1100 sowie 88 Stück seines Schwestermodells Théva, das bereits im Oktober 1988 in Paris gezeigt worden war. Der zweizylindrige Tangara brachte es immerhin auf 1344 Exemplare.

Teilhol Tangara

Eines von ihnen, ein roter Pick-Up mit abgetrennter Fahrerkabine (1228,69 Francs Aufpreis) wird am 2. Juli von Artcurial in Le Mans versteigert .

Wie auch der Méhari war der Tangara nicht als reines Freizeitfahrzeug, sondern auch als Nutzfahrzeug gedacht. Mit seiner offenen Ladefläche eignetet sich der Teilhol daher – Achtung, Kalauer – hervorragend zum Teileholen, beispielsweise für einen 2CV. Bleibt die Frage, ob er beim Transport von Malzgetränken, Grundnahrungsmitteln oder Tabakerzeugnissen automatisch zum Bierhol, Brothol oder Zigarettenhol wird...

Teilhol Tangara

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